Ebay: Meteoritengestein hat seinen Markt gefunden

18. Oktober 2006, 11:44
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Für Forscher sind Internetauktionen ein wichtiger Bezugspunkt für die kostbare Ware aus dem All - Betrüger haben keine Chance

Meteoritengestein vom Mond ist so selten, dass Wissenschaftler und Sammler oft unkonventionelle Quellen aufsuchen, um daran zu gelangen. Wie wired.com schreibt, ist einer dieser ominösen Bezugsorte eBay.

Abseits von Apollo

Denn auch wenn das meiste Mondgestein von Astronauten zur Erde gebracht wurde und somit vorwiegend in die Hände der US-Regierung gelang, fanden manche Brocken ganz ohne menschliche Hilfe ihren Weg auf unseren Planeten. Einer der ersten der aus so einem Fund Profit schlagen konnte, war Robert Haag.

Boom durchs Internet

Sein Erfolg, sein Fund von 1990 in Calcalong Creek,West-Australien markierte den Start – der Run auf die wertvollen Brocken erfolgte jedoch erst mit der Einführung der Online-Auktionen über das Internet. So tummeln sich Forscher heutzutage im www auf der Suche nach heißer Ware und bezahlen manchmal sogar bis zu 70.000 Dollar für ein kleines Stück Geröll aus dem Welltall.

Ganz normal

Für Randy Korotev, einen Geo-Chemiker der Washingtoner Universität in St. Louis, ist das Durchforsten von eBay nach Mondgestein Teil seines Alltags. Schließlich kommt es seine Finanziers billiger tausende Dollar für Fundstücke auszugeben, als selbst eine Expedition auf den Mond zu starten.

Gütesiegel

Sammler die im Internet zu vertrauenswürdigen Dealern werden wollen, müssen für ihren Fund eine Art Gütesiegel besorgen. Mit ein paar Gramm, welche die Besitzer an die Meteoritical Society oder das Natural History Museum in Groß Britanien schicken, können Wissenschaftler die Echtheit der Steine bestätigen.

Kleinvieh macht auch Misst

Selbst Meteoritengestein, das nicht vom Mond stammt und sozusagen nur zweite Wahl ist, kann ein durchaus lukratives Geschäft ergeben. Trevor George, hat aus seinem Hobby Steine zu sammeln ein florierendes Business gemacht und beziffert den Jahresumsatz seiner Firma mittlerweile mit 500.000 Dollar. Seine kostbarsten Brocken aus dem Weltall kosten rund 5.000 Dollar, 40 Prozent seines Einkommens erhält er durch seinen eigenen eBay-Store.

Zwielichtig

Einer, der der wissenschaftlichen Gesellschaft seine Funde nicht zur Begutachtung freigeben möchte ist S. Ray DeRusse. Nach seinen Angaben habe er Mondgestein in Texas gefunden, womit er der erste Mensch wäre, der so einen Fund in Nord-Amerika gemacht hätte. Seine Auktion verlief ohne ein einziges Gebot erfahren zu haben und der direkte Kaufpreis von 75.000 Dollar gab auch eher Grund zur Skepsis.

Keine Chance

Betrüger und ihre betrügerischen Angebote spielen, auch zu Zeiten der pseudo-anonymen Geschäfte über virtuelle Märkte, in dieser vom wissenschaftlichen Intellekt geleiteten Branche wohl eher eine Nebenrolle. (red)

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eBay

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