Österreich-Tag wird zum Publikumserfolg

17. Juni 2000, 22:26

Und Österreich platzierte sich irgendwo zwischen Beschwörung der Multikulturalität und der größten Blasmusikkapelle der Welt

Hannover - Erfolg Österreichs bei der Weltausstellung: Strahlendes Wetter und eine zum größten Teil gute Stimmung kennzeichneten Samstag ab 10.00 Uhr in Hannover die Feierlichkeiten zum österreichischen Nationentag auf der Expo. 500 Musiker aus Tirol sowie elf Mitglieder der Wiener Philharmoniker auf dem Expo-Gelände bildeten in Hannover die "größte Blasmusikkapelle der Welt".

Die Rede von Bundespräsident Thomas Klestil, der darauf hinwies, dass Österreich seit 1945 mehr Flüchtlinge als jedes andere Land der EU aufgenommen habe, wurde vom Publikum mit spontanem Applaus quittiert.

Multikulti

Klestil hob hervor, dass Österreich sowohl als einstiger Vielvölkerstaat als auch als kleine Republik immer wieder Kraft aus seiner Offenheit geschöpft hätte. Kein Staat der Europäischen Union habe seit 1945, gemessen an der Einwohnerzahl, so viele Flüchtlinge aufgenommen wie Österreich. Der Bundespräsident: "Das macht uns vielseitig, aufgeschlossen, lebensbejahend und selbstbewusst." Darauf hin gab es spontanen Applaus.

Zuvor hatte die deutsche Bildungs- und Forschungsministerin Edelgard Buhlmann als offizielle Vertreterin der deutschen Bundesregierung das Engagement und den Enthusiasmus hervorgehoben, mit dem sich Österreich als "Land der Lebenskunst" auf seinen Auftritt vorbereitet habe. Der Österreich-Pavillon, betonte Buhlmann, lade zum "Verweilen" ein, und die für Samstag Abend geplante Übertragung der "Zauberflöte" aus der Wiener Staatsoper in das Opernhaus Hannover stelle überhaupt einen der Höhepunkte des Kulturprogramms der gesamten Weltausstellung dar. Expo-Generalkomissarin Birgit Breuel stellte in ihrer Festrede die Verbundenheit Deutschlands mit Österreich in den Mittelpunkt. "Österreich ist ein Land, das uns sehr vertraut ist", sagte Breuel. Sie würdigte auch das Wirken von Friedensreich Hundertwasser, der in Hannover einen Bahnhof gebaut hatte.

"Das ist viel Luft um nichts"

Vor den Feierlichkeiten hatte es vorübergehend Unklarheiten wegen österreichischer Pressemeldungen gegeben, die davon sprachen, Bundespräsident Klestil habe seine Teilnahme am Mittagsbuffett bei der Expo wegen einer angeblich geplanten "Herabsetzung" des Österreich-Tages abgesagt. Meinhard Rauchensteiner aus dem Büro des Präsidenten: "Das ist viel Luft um nichts". Klestil fuhr zu Mittag in sein Hotel in Hannover und führte Telefonate zum EU-Gipfel von Feira. Er hatte sich zwar nicht in das offizielle Gästebuch der Expo eingetragen, dafür aber in jenes im deutschen Pavillon und in das Goldene Buch der Stadt Hannover. (APA)

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