Nie gebaut und doch gesucht: Die Geisterlinie U5

Redaktion, 02. August 2006 12:46

Verschiedenste Konzepte für U-Bahnlinie - Bisher meist aus finanziellen Gründen aber wieder zurückgestellt

Wien - Zwar wurde sie nie gebaut, doch auf Stadtplänen wird sie trotzdem immer wieder gesucht: Die Wiener U-Bahnlinie U5 ist das Phantom der Bundeshauptstadt. Während die Nummerierung des U-Bahnsystems durchgängig von U1 bis U4 läuft, trägt die fünfte und letzte Linie den Namen U6. Der Grund: Im Laufe der U-Bahn-Planungen wurden verschiedenste Konzepte für eine Linie U5 gewälzt, jedoch - meist aus finanziellen Gründen - immer wieder zurückgestellt.

Erste Planungen 1966

Die ersten Planungen 1966 hatten einen Trassenverlauf von Hernals über die Alser Straße, den Schottenring hinaus zum Praterstern und dem Ernst-Happel-Stadion vorgesehen. Große Teile dieser Strecke werden in näherer Zukunft von einer verlängerten U2 bedient.

Da die Bezeichnung "U5" nicht vergeben ist, geistert diese "Netzlücke" in periodischen Abständen als Nummerierung durch diverse Ausbaupläne. So sah ein weiterer Vorschlag Mitte der 1970er Jahre eine U5 vor, die zwischen Längenfeldgasse, Südbahnhof, Schlachthausgasse und Erdberg verkehren hätte sollen. 2001 forderte die Wiener ÖVP, eine Linie U5 von Dornbach bis zum Landesgericht, von dort über die U2-Gleise zum Karlsplatz und dann weiter zur Wienerberg-City im Süden.

Projekt nicht endgültig gestorben

Auch heute sei das Projekt einer künftigen U5 nicht endgültig gestorben, erklärte die U-Bahn-Expertin der Magistratsabteilung 18, Angelika Winkler, gegenüber der APA. Man spreche aber von einem sehr, sehr langen Zeithorizont, also nicht vor 2025. "Es ist nicht so, dass wir das favorisieren würden", so Winkler. Einstweilen heißt es für Anhänger einer Wiener U5 also weiterhin: Endstation Sehnsucht. (APA)

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12 Postings
Thomas Stadler1224
 
27.09.2008 20:18
Warum gibt es keine U5?

Die Wiener U-Bahnlinie U5 ist das wohl größte Geheimnis der Wiener U-Bahn, zumindest für viele. Während die Nummerierung des U-Bahnsystems durchgängig von U1 bis U4 läuft, trägt die fünfte und letzte Linie den Namen U6.


Warum es in Wien keine U5 gibt, können Sie hier auf

www.wiener-untergrund.at/u5

nachlesen. Alles über die Geschichte dieser Linie, mögliche Bauprojekte und vieles mehr!

Andres Wood
10.11.2006 06:54

"Nummerierungslücke" sollte es natürlich heißen - sorry!

Andres Wood
18.09.2006 11:08
Lange Zeit auch in Berlin

Aus reinem Zufall ergab sich diese U5 Nummerierunglücke über lange Jahre auch in Berlin. Dort waren die U-Bahnlinien ursprünglich mit Alphabetsbuchstaben bezeichnet. Nach der Teilung hielt Ostberlin daran fest. Westberlin stellt auf Nummern um. Aus A wurde also 1 usw.
Die Nummer 5 wäre also die vorherige Linie E gewesen. Die gabs auch noch. Allerdings lag die zur Gänze in Ostberlin und hieß dort noch immer E. Daher lief in Westberlin die Nummerierung bis 4 und ging dann mit 6 weiter.

Anton Zeilinger
04.08.2006 15:28

Die Nummerierung - also die Lücke, warum die fünfte Linie U6 (und nicht U5) heißt - hat aber einen anderen Grund:

Gerade Nummern erhielten jene Linien, die auf großteils bereits besehenden, zu U-Bahn-Linien umgebauten Strecken verlaufen (U2: die alte Zweierlinien-Straßenbahn, U4 und U6 Teile der alten Stadtbahn). Ungerade Nummern erhielten jene, die auf gänzlich neu gebauten Strecken verkehren.

Baron Knutsch
25.08.2006 01:54
genau so ist es.

welchen Sinn dieses Nummerierungssystem hat, weiß allerdings kein Mensch. Ist doch powidl ob eine ehemalige Stadtbahn U5 oder U6 heißt. Oder versteh ich da irgendwas nicht?

Dante Alighieri
22.05.2007 13:09

Sicher ist es wurscht. Aber was tut man nicht alles für die Systematik, besonders in Österreich ^^

Stephan Weinberger
03.08.2006 09:10
Nicht ganz korrekt 2

Wenn man in der U2 zwischen Schottentor und Rathaus aufmerksam aus dem Fenster sieht erkennt man auch gut, dass die Tunnelbereits für die nie gebauten Streckenäste vorbereitet sind. Vom Schottentor kommend führt der Tunnel zwischen den stark ansteigenden Streckengleisen waagrecht weiter - dort befindet sich heute ein Abstellgleis, schwenkt dann scharf nach links - in der Tunnelwand erkennt man vorbereitete Fundamente für die darüberliegende U2-Strecke. Letztlich schwenkt das Gleis - nachdem es unter der Landesgerichtsstraße noch ein Stück geradaus weiter angestiegen ist - in einer S-Kurve in den U2-Tunnel ein - nach links hinten sieht man wo der Tunnel waagrecht geradeaus unter der Garnisongasse weiter verlaufen wäre.

Stephan Weinberger
03.08.2006 09:04
Nicht ganz korrekt 1

Die U5 wurde zur Hälfte gebaut!
In den ursprünglichen Planungen sollte die U2 vom Karlsplatz nach Dornbach und die U5 vom Praterstern nach Hernals verlaufen. Beim Landesgericht war ein Betriebsgleis zwischen diesen beiden Strecken vorgesehen.
In der Realität wurden nur der südliche bzw. östliche Teil sowie die Betriebsverbindung gebaut; diese Tunnel werden heute von der U2 befahren. Die Verbindung zwischen den beiden Streckenästen (zwischen der Station Rathaus und Schottentor) - die ja nie für den Fahrgastverkehr gedacht war - ist bis heute die engste und steilste Kurve im Netz und erforderte sogar die Adaptierung einiger Züge speziell für die U2, da sich dort die Gleise im Dauerbetrieb zu stark abnutzten.

Mr. Spock
04.08.2006 16:31

gibts irgendwo eine seite mit den originalen u-bahn planungen aus den 60er jahren? (nicht netzentwurf m!)

Stephan Weinberger
07.08.2006 08:35

http://homepage.univie.ac.at/horst.pri... o/deutsch/ ist diesbezüglich eigentlich die einzige Seite die cihkenne, aber die dürfte wohl schon bekannt sein. Auf der Homepage der Stadt Wien findet man immer wieder mal - mehr zufällig - interessante Sachen, aber dort sind die Infos eher verstreut...

Aristarch
03.08.2006 10:16
Kleine Korrektur:

Die U2 sollte ihre Endstation in Gersthof (18. Bezirk)und nicht in Dornbach (17. Bezirk) haben.

Stephan Weinberger
03.08.2006 10:58

Stimmt natürlich. Dornbach wäre eine Option für eine spätere Verlängerung der U5 über Hernals hinaus gewesen...

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