Neben U1 sollen auch die U2, U4 und U6 wachsen - Nur die Linie U3 bleibt wie sie ist
Wien - Das Wiener U-Bahnnetz wächst: Neben der Verlängerung
der Linie U1 nach Norden, die am 2. September 2006 eröffnet wurde, sind
zahlreiche weitere Ausbaustufen für die U-Bahnen projektiert. Den
nächsten Fertigstellungstermin hat die U2 reserviert, aber auch U4
und U6 sollen wachsen. Lediglich die U3 dürfte bleiben wie sie ist.
Nach ihrer Norderweiterung soll die U1 auch im Süden expandieren
und über den Verteilerkreis Favoriten bis zum Stadtentwicklungsgebiet
Rothneusiedl führen, wo auch das neue Fußballstadion der Austria
entstehen soll. Allerdings dürfte dieser Ausbau erst 2015 eröffnet
werden, unterstrich U-Bahn-Expertin Angelika Winkler von der
Magistratsabteilung 18 im APA-Gespräch. Dies entspräche einem
Baubeginn frühestens Ende 2009. Den detaillierten Trassenverlauf
arbeite man bis Sommer 2007 aus.
U2 fährt ab Mai 2008 bis zum Ernst-Happel-Stadion
Rechtzeitig zur Fußball-EM soll im Mai 2008 die U2 über ihre
derzeitige Endstation am Schottenring hinaus bis zum
Ernst-Happel-Stadion im Prater fahren. Ende 2010 folgt dann die
nächste Stufe, die sie bis zur Aspernstraße führt. Bei zwölf
Kilometern Länge wird sie dann über 17 Stationen verfügen. Während
für diese Ausbaustufen die Finanzierung zwischen Bund und Wien
geklärt ist, steht die Einigung für die weitere Verlängerung um 3,4
Kilometer zum Flugfeld Aspern noch aus. Laut Winkler rechne man
momentan mit dem Fertigstellungstermin 2013.
Auch am anderen Ende soll die derzeit kürzeste Wiener U-Bahn-Linie
wachsen. Vom Karlsplatz wird die U2 nach derzeitigem Planungsstand ab
2018 in fünf Stationen über Schwarzenbergplatz und Rennweg das
Stadterweiterungsgebiet "Eurogate" bei St. Marx erschließen und dann
in einem Bogen über das Arsenal hinter den geplanten Zentralbahnhof
führen. Dies entspräche einer zusätzlichen Länge von 4,7 Kilometer.
Die genaue Detailplanung sind hier aber noch nicht fixiert, "es
können sich noch Verschiebungen oder Veränderungen ergeben", so
Winkler.
U4 und U6 müssen warten
Im Gegensatz dazu war die Westausdehnung der U4 bis nach Auhof
nicht im aktuellen Wiener Verkehrs-Masterplan enthalten, wurde laut
Winkler aber bei den Verhandlungen zwischen Stadt und
Verkehrsministerium 2005 vereinbart. Allerdings zeigte sie sich
zurückhaltend: "Potenzial ist nicht so viel da." Derzeit laufe eine
Untersuchung zur Zweckmäßigkeit der Variante, genaue Planungen werde
man allerdings erst aufnehmen, wenn die noch nicht geklärte
Finanzierung stehe: "Wir machen zu Zeit einmal nichts." Eine
U4-Station Auhof wird es deshalb frühestens 2016 geben.
Noch später könnte eine Verknüpfung der U6 mit der Badner Bahn im
Süden Wiens erfolgen. In der Wertigkeit sei diese "weit nach hinten
gereiht" und könnte 2018 den Abschluss der vierten Ausbauphase des
Wiener U-Bahnnetzes bilden. Für eine fünfte Stufe wäre dann eine
etwaige Nordverlängerung der U6 nach Stammersdorf vorgesehen. Diese
Idee habe man zwar "nicht ganz aufgegeben", so Winkler, sie sei in
der Priorität aber weit nach hinten gerutscht. (APA)