100.000 Watt gegen Diskriminierung

17. Juni 2000, 23:51

... und ebenso viele Teilnehmer. Die Regenbogen-Parade wurde ein voller Erfolg.

Wien - Das Wiener Wetter war zwar am Samstag Nachmittag von einer kühlen Brise aus dem Norden bestimmt, auf dem Ring ging es aber heiß her. Bereits zum fünften Mal wurde - organisiert von Christopher Street Day (CSD) - er "andersrum" erobert, um gegen die Diskriminierung Homosexueller zu demonstrieren.

Schwarz-blaue Mauer

Der politische Aspekt rückte bei der Regenbogenparade 2000 auch die VP-FP-Regierung vermehrt in den Mittelpunkt. Als Zeichen der Ablehnung der neuen Politik für Österreich wurde vor der Universität eine schwarz-blaue Mauer aufgebaut, die auch gleich wieder zerstört wurde. Stimmungsmacher gegen "die Taubheit vieler Menschen" war auch heuer wieder der Schauspieler und TV-Moderator Alfons Haider.

Katholischer Einschlag

Neben lauter Musik - insgesamt waren 17 Sattelschlepper, sechs Lkw und zwei Traktoren, ausgerüstet mit riesigen Soundanlagen, dabei - sorgte auch Ex-TV-Star Hermes Phettberg für Aufsehen. Er ließ sich, während er auf einem Abschleppwagen angekettet war und seine Predigtdienste verlas, öffentlich auspeitschen.

Schweigeminute

Auf den beiden Bühnen vor dem Parlament und dem Burgtor setzten sich PolitikerInnen der Oppositionsparteien SPÖ und Grüne sowie des LIF für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen ein. Um 16:30 Uhr, als der Tross an der Universität bei der "Mauer des Schweigen" ankam, legten alle TeilnehmerInnen eine Schweigeminute ein, um der Opfer von Aids und homophober Gewalt zu gedenken. Laut den VeranstalterInnen fanden sich bei der lautstarken "Party" am Ring rund 100.000 Menschen ein. Die Polizei schätzte wie immer auf die Hälfte. (APA/Reuters)

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