Aber was versprechen die Favoriten in ihren Bewerbungen? etat.at liefert im Folgenden einen Überblick.
| Antragsteller | Rockradio Broadcasting GmbH. | Sunshine Radio GmbH | Entspannungsrundfunk Gesellschaft mbH |
| Name des Programms | Radio Star | Sunshine Radio | LoungeFM |
| Wer steckt dahinter? | Tillmann Fuchs Michael Krüger (Kurzzeit-Justizminister) Styria Radio- und Fernsehholding Birgit Schön Molden Verlag Dietmar Heiseler Hansjörg Kirchmair Gottfried Zmeck |
Matthias Kamp Heinz Tronigger |
Rudolf A. Cuturi Dorfmeister Projektentwicklungs GmbH Walter Gröbchen Jupiter Medien GmbH Markus Langemann Livetunes Network GmbH Dominik Meißner Upart Werbeagentur (Linz) |
| Wieviel Kapital wird investiert? | 1.200.000 Euro | 450.000 bis 500.000 Euro | 1.000.000 Euro |
| Anteil Eigen/ Fremdkapital |
Ausschließlich Eigenmittel der Gesellschafter | 300.000 fremdfinanziert (Zusage der Erste Bank) | Ausschließlich Eigenmittel der Gesellschafter |
| Programmschwerpunkt | Musikrichtung "Rock" | Black Music, DJ-orientiert | Chilout, Lounge, Downbeat |
| Programmmacher | Günther Dorner (Musikchef der Antenne Kärnten) | Jens Hurtig (früher Antenne Wien),Michael Kreiner (Produzent für Sunshine) | Walter Gröbchen (Ö3, Musicbox etc.), Markus Langemann (Gong, Energy München, RelaxFM, FAZ-Businessradio, KlassikRadio) |
| Umfang der eigengestalteten Beiträge | 100 Prozent | 82 Prozent (Nachflächen von anderen Veranstaltern) | 100 Prozent |
| Zielgruppe | Männer 30plus | Junge und urbane Zielgruppe | Altersunabhängig all jene, die beim Radiohören "Entspannung, Genuss und Anregung suchen" (aber 25plus) |
| Playlist | CAROLE KING: Hardrock Café OSTBAHN KURTI: Unter Null THE ROLLING STONES: Don´t Stop TOTO: Hold the Line FREE: All right now QUEEN: Spread your wings OASIS: Wonderwall BON JOVI: Have a nice day JANIS JOPLIN: Piece of my Heart ACDC: Highway to Hell IKE & TINA TURNER: Nutbush City Limits BRUCE SPRINGSTEEN: Born in the USA PINK FLOYD: Another Brick in the Wall |
WAXOLUTIONISTS: Supercity FALCO: Alles im Liegen LANGOTH: Grounding MICHAEL JACKSON: Smooth Criminal PRINCE: Get off STEREO MCs I am a believer JAMIROQUAY: Star Child BILGERI: Video Life APHRODELICS: Hold it down RUFUS & CHAKA KHAN: Ain't nobody HIP HOP FINGER: Boundaries NIGEL HAYES: Magic potion JOE ZAWINUL: Mercy, mercy, mercy |
AIR: Playground Love TOSCA: Chocolate Elvis CALEXICO: Quattro (Gotan Project Remix) ROIA: Empty PAROV STELAR: Autumn Song LIQUID LOUNGE vs. JAZZANOVA: Complete Life SLOW CLUB : Estate BETH GIBBONS & RUSTIN' MAN: Mysteries NOUVELLE VAGUE: Don't Go RÖYKSOPP: Remind Me DZIHAN & KAMIEN : Je T'aime Moi Non Plus FUNKY LOWLIFES: Float Through Stars |
| Verhältnis Musik : Wort |
90:10 |
80:20 |
80:20 |
| Besondere Kennzeichen | Guter Draht zur Regierung (Styria, Ex-Justiminister Krüger) Radiobeirat konnte sich nicht zwischen Rock Radio und Sunshine einigen Ähnlichkeit mit 88.6 |
Enge familiäre Connection in die ÖVP: Peter Kamp, der Vater eines der beiden Gesellschafters, ist Finanzreferent der Bundes-VP Radiobeirat konnte sich nicht zwischen Rock Radio und Sunshine einigen Nähe zur Wiener Musikszene, aber wenig Radioerfahrung Überschneidungen mit FM4 und Energy (bewirbt sich als Black-Music-Sender) |
Politisch unübersichtlich (von der Nähe zu den Wiener Grünen bis zum doch eher bürgerlichen Chef der "Oberösterreichischen Nachrichten" und einem deutschen Radio- und TV-Macher) Einstimmige Empfehlung der Wiener Landesregierung Nähe zur Wiener Musikszene Bereits als Webradio aktiv Faserschmeichelprogramm |
Nach diesen Kriterien hat die KommAustria vorzugehen
(1) Bewerben sich mehrere Antragsteller, die die gesetzlichen Voraussetzungen (§ 5 Abs. 2 und 3) erfüllen, um eine Zulassung, so hat die Regulierungsbehörde dem Antragsteller den Vorrang einzuräumen, 1. bei dem auf Grund der vorgelegten Unterlagen sowie der Ergebnisse des Verfahrens die Zielsetzungen dieses Gesetzes am besten gewährleistet erscheinen, insbesondere indem insgesamt eine bessere Gewähr für eine größere Meinungsvielfalt geboten wird sowie ein eigenständiges, auf die Interessen im Verbreitungsgebiet Bedacht nehmendes Programmangebot zu erwarten ist oder im Fall von Spartenprogrammen im Hinblick auf das bereits bestehende Gesamtangebot an nach diesem Bundesgesetz verbreiteten Programmen von dem geplanten Programm ein besonderer Beitrag zur Meinungsvielfalt im Versorgungsgebiet zu erwarten ist und 2. von dem zu erwarten ist, dass das Programm den größeren Umfang an eigengestalteten Beiträgen aufweist. (fid)
Sunshine protestiert - Reaktion im Wortlaut
Sunshine Radio schickte uns eine umfangreiche Reaktion auf unsere Übersicht, die auf Anträgen und Protokollen basiert, wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.
Sunshine im Wortlaut: "die von ihnen den 3 vorgestellten antragstellern zugewiesenen daten und kennzeichen sind willkürlich gewählt, teilweise unrichtig dargestellt und geben daher nicht die tatsächlichen umstände wieder. dazu einige beispiele:
* 'hinter' der sunshine radio GmbH, steht als deren alleinige gesellschafterin die sunshine enterprises musikproduktions GmbH. erst dahinter stehen die genannten herren kamp und tronigger. auffallend ist, dass sie bei der entspannungsrundfunk gesellschaftmbh nicht auf die personen hinter den genannten gesellschaften, die dort gesellschafter sind, hinweisen. bspw auf herrn mag florian nowak, der auch gesellschafter bei radio energy ist. wollen sie gegebene verflechtungen, die möglicher weise unzulässig sind, bei lounge fm nicht offen legen?
* sunshine radio investiert mindestens euro 500.000,--.
* die eigengestalteten beiträge bei sunshine radio sind eher mit 100% anzusetzen, da fremdprogramm nicht 1:1 übernommen wird - so etwas kann aber nur die behörde entscheiden.
* ihre zielgruppenangaben sind äußerst willkürlich gezogen und lassen auf eine nähe zur entspannunksrundfunk gesellschaft mbh vermuten. dazu folgendes: die zielgruppe der rockradio broadcasting GmbH sind nicht männer 30plus, das ist nur die kernzielgruppe. am anderen ende behaupten sie bei der entspannungsrundfunk gesellschaft mbh, dass die zielgruppe 'altersunabhängig' gewählt sei und geben in klammer an (aber 25 plus). offenbar soll hier die entspannungsrundfunk gesellschaft mbh für die 'abstimmer' attraktiver gemacht werden. beim einen bewerber wird das vermeintlich schlechteste und mit dem eigenen leserpublikum unvereinbare herangezogen, beim anderen bewerber wird etwas erfunden, was wie eine eigene meinung aussieht und dem eigenen publikum am ehesten enstpricht. fakt ist: die rockradio broadcasting GmbH hat die zielgruppe mit 14 bis 49 jahren angegeben, wobei die kernzielgrupe männer 30plus sind, die rock hören; die sunshine radio GmbH hat als zielgruppe 14 bis 49 jahren angegeben, für hörer von black music von hiphop bis elektronik von soul bis jazz; und auch die entspannunksrundfunk gesellschaft mbh hat die zielgruppe mit 14 bis 49 jahren angegeben, wobei sie davon ausgeht, dass ihr radio für hörer zwischen 25 und 55 jahren besonders attraktiv ist, die gern hintergrundmusik, wie in boutiquen, cafes, am flughafen oder in einer lounge der öbb hören.
* sie veröffentlichen ein playlist der sunshine radio GmbH, die ein exzerpt der im verfahren vorgelegten playlist darstellt (woher haben sie die bloß?) und in keinster weise das programm von sunshine radio in seiner gesamtheit wiederspiegelt. tatsächlich ist sunshine radio eine ausgewogener mix klassischer black-music wie soul, funk, disco oder jazz und elektronischer musik wie hiphop, house oder lounge unter berücksichtigung ausgewählter klassiker und topaktueller titel.
so könnte eine stunde sunshine radio tatsächlich aussehen:
LOUIE AUSTEN-Amore
SILK 130-When the funk hits the fan
GWEN MC RAE-Funky sensation
ED ROYAL & DJ ENNE-Hey, brothers!
MARTIN SOLVEIG-I am a good man
DORFMEISTER CON MDLA-Boogie no more
JAZZY JEFF & THE FRESH PRINCE-Summertime
JC-Sunshine
NIGEL HAYES-Magic potion
JIMMY BO HORNE-Let´s dance across the street
ROISIN MURPHY-If we´re in love
DANIEL PAUL-Outta space
LOU RAWLS-Too much living to do
das auffallende daran - sie ziehen daraus ohne konzept willkürlich titel heraus, die - von ihnen offenbar erwartet - in der von ihnen getroffenen zusammenstellung auf abneigung beim leser ihres artikels stoßen. die sunshine radio GmbH hat eine konzeptionierte playlist mit über 150 titeln vorgestellt, darunter weit überwiegend von solchen interpreten, die für hochklassige, innovative black music stehen. die von ihnen willkürlich aus dem konzept gerissenen interpreten und titel, werden in das musikprogramm zur abrundung aufgenommen. sie spielen dem leser einfach falsches vor! weiters - wieso wollen sie beim programm der entspannungsrundfunk gesellschaftmbh nicht aufzeigen, dass diese auch solche mainstream-interpreten wie chicago oder morcheeba in ihrer playlist ausweist. wieso deklarieren sie nicht, dass von ihnen bei der entspannungsrundfunk gesellschaftmbh angegebene interpreten wie bspw parov stelar beim sunshine plattenlabel veröffentlichen?
mehr noch - die im verfahren vorgelegte playlist der sunshine radio GmbH ist teil einer gegenüberstellung mit radio energy. daraus ist ersichtlich, dass es keine einzige überschneidung mit diesem sender gibt. und auch mit fm4, das fast ausschließlich neue Musik promotet und sich im Laufe der Zeit überwiegend dem jungen Gitarrenrock zugewandt hat und sich mittlerweile als reines Jugendformat promotet gibt es kaum überschneidungen - wieso behaupten sie schlicht unwahr eine solche überschneidung? * die sunshine radio GmbH hat explizit angeführt, dass sie kein politisches radio gestalten wird. ihre angaben zu einer politischen connection, die sie gleich einer sippenhaftung aufziehen, zeugen von unzulänglichem journalismus. was sie nicht als kennzeichen angeben - besondere medienverflechtungen und damit gegebene poltische einflussnahmemöglichkeit bei der entspannungsrundfunk gesellschaftmbh. glauben sie denn wirklich, dass einer der mächtigsten konservativen medienmacher österreichs, der bei der entspannungsrundfunk gesellschaftmbh beteiligt ist, keine besonders guten beziehungen zur regierung hat? auch hier zeigt sich, dass sie nicht um objektivität bemüht sind, sondern ihr artikel nur der unterstützung der entspannungsrundfunk gesellschaftmbh dienen soll (wie schon frühere artikel zu diesem thema)"
dass die stellungnahme von sunshine ein etwas seltsames licht auf sunshine rückt.
lobbying betreiben hier alle - egal ob sie gröbchen, kramer, kamp, novak oder sonstwie heissen. aber per mail auszurichten, dass man sich bei unangenehmer berichterstattung "weitere schritte" vorbehält läßt einen anflug von größenwahn vermuten.
weiters ist es bezeichnend für den beitrag zur "meinungsvielfalt" die uns dieser sender bringen wird. schon richtig, bei einem music-only sender wird sich das in grenzen halten, aber unverhohlen mit klagen zu drohen lässt diesbezüglich ganz schlimmes vermuten.
Ich halte LoungeFM und Deluxe die Daumen - nur das krügersche Rockradio wäre noch unerträglicher als SunshineFM.
wie wärs mal mit einem radio, das statt des ewigen musikbreies (völlig egal, ob aus der oldie- oder dj-ecke) ein intelligentes programm (features, reportagen, literatur, hörspiele, diskussionen, von mir aus auch kabarett und comedy) bringt, so eine art ö1 light, ohne den hohen klassikanteil? dann würde ich vielleicht wieder mehr radio hören. aber so ist es völlig wurscht, wer mit welchem dudeldudeldudel-konzept langweilt. denn wenn ich musik hören will, dann brauch ich dank i-pod, mp3 & co keine radios mehr.
soll das ein privater Betreiber finanzieren?
Im Moment fließen die Gebühren nicht mal dem ORF direkt zu, es ist also unwahrscheinliche, dass jemand anderer was davon kriegt. Qualitätsredaktionen sind gut, aber teuer.
Es ist schon auffällig, dass in Mediendiskussionen wie dieser Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichen, privaten und freien Medien völlig ignoriert werden. Oder schlicht nicht geläufig sind.
heisst das im umkehrschluss, dass nur noch dudeldudeldudel-radio möglich ist? dass der "markt" (ein seltsames wort in einem derart regulierten und kommissionierten bereich) nichts in dieser art verträgt oder finanziert? es wird wohl schon so sein. also probieren alle, den gleichen faden wein mit unterschiedlichen etiketten zu verkaufen. meine antwort ist die des mündigen konsumenten, wenn ihm etwas nicht schmeckt und bei den alternativen zu viele kompromisse eingegangen werden müssen: weitgehender verzicht.
hab ich schon lange nicht gelesen.
für den fall dass die kommaustria noch bedenken bzgl. der eignung als radiomacher hatte, sollten nach dieser "richtigstellung" alle zweifel voll bestätigt sein.
sunshine kann man getrost vergessen.
...da hatten wir mal den Vorbild-Sender für ganz Österreich und jetzt seit Jahren nur noch Musik zum Wegschalten. Abgesehen davon, dass ich überzeugt bin, dass ein Konzept wie seinerzeit auch heute funktionieren würde, also verschiedene Musik im selben Sender, verstehe ich nicht, was so schwer dran ist, einen typischen Oldie-Sender, einen Jazz-, einen Rock-, einen Chillout-, einen Countrie & Western-, einen Orange- und einen wasweissich-Sender auszustrahlen. Warum immer die Kopie von der Kopie von der Kopie. Selbst in Radio-CD-Zeiten machte Gotthard Rieger besseres Radio, als das was heute gedudelt wird.
Man soll einfach nicht aus dem Urlaub heimkommen.
Beim Namen Rockradio hatte ich meine Sympathien bereits vergeben, aber bei der Musikliste! Ja, nicht schlecht – aber so was gibt’s doch schon. Naja vielleicht wollte man die Herren der Entscheidung nicht mit neuerer Kost überfordern. Sympathien derzeit 50:50 (Rock:Sunshine)
Übrigens wird hier immer von Verflechtungen und Beziehungen gesprochen. Die sollte es auch geben! Aber nicht im Sinne einer Freunderlwirtschaft, sondern im Sinne eines weltweiten Künstlernetzwerkes, das es ermöglicht, daß man immer wieder an frische Musik, frische Projekte und auch exklusives Programm herankommt. Ist nicht jemand, der seit Jahren hochkarätigste Acts nach Österreich gebracht hat, der mit diesen Künstlern Zeit verbracht hat, Musik gemacht hat und Kontakte geschmiedet hat, auch derjenige, der uns Frisches und spannendes Programm aus erster Hand anbieten kann. Ich bin sicher, daß Sunshine nicht Radio machen möchte, um uns zu langweilen.
Schade, daß man sich in diesem Land irgendwann daran gewöhnen muß, sich immer mit dem geringsten Übel zufrieden zu geben. Wer heute Radio hören möchte steht ganz eindeutig vor genau dieser Wahl. Gibt es denn einen Sender, auf dessen Programm man sich täglich auf´s Neue so richtig freut? Die Antwort dazu steckt bereits in der Frage. Weil kein bestehender Sender etwas wirklich Neues ausstrahlt. Welcher der 3 genannten Kanditaten jedoch das Potential dazu hätte, wird wohl jeder bestätigen können, der miterlebt hat, wie der legendäre "Sunshine-Club" Wien zur europäischen Groove-Metropole gemacht hat. Bei allem Respekt den anderen Antragstellern gegenüber, alte Musik gibt es schon genug und IbizaLoungeCompilations verkauft bereits der Supermarkt
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