Wiens Büro-Markt auf Rekord-Kurs

2. November 2006, 12:17
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Laut CB Richard Ellis könnten heuer 410.000 Quadratmeter vermietet werden - Leerstandsrate wird auf sechs Prozent sinken

Wien - Der Wiener Büro-Immobilienmarkt steht vor einem Rekordjahr. Heuer dürften bis Jahresende 410.000 m2 neu vermietet werden. Das nehmen die Immobilienexperten von CB Richard Ellis an, nachdem im 1. Halbjahr 215.000 m2 Büroflächen in die Vermietung gegangen sind, um 35.000 m2 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Hauptgründe der hohen Anmietungen liegen primär im Flächentausch zu höherwertigeren und/oder zentraleren Lage, sagte Andreas Ridder, Geschäftsführer von CB Richard Ellis in Wien, am Dienstag bei einem Pressegespräch. Größte Transaktion bis Juni war die Vorvermietung von 40.500 m2 Bürofläche an die OMV für deren neue Firmenzentrale im "Viertel Zwei" (Vorgartenstraße). 27 Prozent der Vermietungen im Halbjahr betrafen Handels- und Industrieunternehmen, 20 Prozent wurden an Dienstleister vermietet, neun Prozent an Ämter und Behörden sowie acht Prozent an Banken und Versicherungen. 45 Prozent der Anmietungen im Erstsemester entfielen auf die Inneren Bezirke.

Wiener Büro-Flächen derzeit bei 9,55 Millionen Quadratmeter

Wien weist derzeit insgesamt rund 9,55 Mio. m2 Bürofläche auf. Rund ein Drittel davon (etwa 3,3 Mio. m2) wurde in den Jahren 1998 bis 2005 errichtet, inklusive zwölf Prozent generalsanierter Altbauten. 2006 geht der Anteil der neu errichteten Büroflächen deutlich zurück, in Summe wird mit zirka 193.000 m2 neu errichteter und generalsanierter Fläche gerechnet; 2005 waren es noch 242.000 m2. 45 Prozent der diesjährigen Flächenproduktion seien im 1. Halbjahr fertig gestellt worden. Für das 2. Halbjahr würden 109.000 m2 neue Büroflächen in Wien erwartet, von denen bereits zirka 38 Prozent vorvermietet bzw. eigengenutzt seien.

Die Leerstandsrate in Wien sinkt kontinuierlich. Waren es im 2. Quartal 2005 noch 7,1 Prozent, so betrug die Leerstandsrate heuer im 2. Quartal nur noch 6,2 Prozent. Bis Ende 2006 sollte die Rate weiter auf 6 Prozent sinken, bedingt durch weniger neue Büroflächen sowie durch eine weitere starke Vermietungsleistung im 2. Halbjahr.

Stabiler Standort

Wien habe sich bei den Mietpreisen zu einem der stabilsten Standorte des Kontinents entwickelt, so Ridder. Nominell sei die Spitzenmiete mit netto 20 Euro pro m2 gegenüber dem Jahr 2000 (20,7 Euro) leicht gesunken. Real bedeute dies unter Berücksichtigung der Inflationsrate einen Rückgang von 5 Prozent. Die höchsten Mieten würden Unternehmen in der Wiener City für ihre Büros bezahlen (11 bis 20 Euro). In Heiligenstadt, am Wienerberg und im Westen Wiens seien die Büromieten mit 8,50 bis 13,50 Euro auf einheitlichem Niveau.

Auch bei den Investments in heimische Immobilien werde 2006 ein Rekordjahr, ist Ridder überzeugt, nachdem nach den ersten sechs Monaten mit 1,3 Mrd. Euro schon 68 Prozent des Volumens des gesamten Vorjahres erreicht worden seien. Wie 2005 kämen auch heuer die Investoren primär aus Österreich (81 Prozent). Immobilien-AG's seien die größte Gruppe, gefolgt von deutschen geschlossenen Fonds, Stiftungen und Privaten. Angelockt durch die im internationalen Vergleich stabilen und attraktiv gewordenen Renditen gebe es vermehrt Interesse aus Irland, Australien, Großbritannien und den USA. (APA)

  • Im "Viertel 2" an der Ecke Trabrennstraße/ Vorgartenstraße im 2. Wiener Bezirk siedelt die OMV ab 2009 ihre Konzernzentrale an.
    bild: ic projektentwicklung

    Im "Viertel 2" an der Ecke Trabrennstraße/ Vorgartenstraße im 2. Wiener Bezirk siedelt die OMV ab 2009 ihre Konzernzentrale an.

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