Neue Runde im Streit um "Bruno"

2. August 2006, 21:52
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Ein Dutzend Beschwerden gegen Entscheidung, kein Ermittlungsverfahren einzuleiten

München - Mehr als einen Monat nach dem Abschuss von Braunbär "Bruno" geht der juristische Streit um das damalige Vorgehen Bayerns in eine weitere Runde. Bei der Staatsanwaltschaft München sei knapp ein Dutzend Beschwerden gegen die Entscheidung eingegangen, kein Ermittlungsverfahren gegen die für den Abschuss Verantwortlichen einzuleiten, sagte Behördenleiter Rüdiger Hödl am Dienstag der dpa.

Die Beschwerden sollten "in den nächsten Tagen" an den Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht München weitergeleitet werden. "Wir könnten das Ganze wieder aufnehmen - aber das tun wir nicht, weil wir davon überzeugt sind, dass unsere Entscheidung richtig ist", sagte Hödl.

165 Anzeigen

Nach "Brunos" Tod waren 165 Strafanzeigen unter anderem gegen Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU), dessen Mitarbeiter sowie die öffentlich nicht bekannten Schützen eingereicht worden. Die Anklagebehörde entschied jedoch, es gebe keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine Straftat.

Der aus Norditalien stammende "Bruno" war Ende Juni nahe dem oberbayerischen Schliersee erschossen worden. Zuvor waren zweiwöchige Versuche gescheitert, den im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet umherstreunenden Jungbären zu fangen. (APA/dpa)

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    Unbekannte haben eine Gedenkstätte an jenem Ort errichtet, wo Braunbär "JJ1" gelegt worden war

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