Auch HP mit neuem Entwurf der GPLv3 unglücklich

8. August 2006, 11:08
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Aber Lob für Lockerungen im DRM-Bereich - Softwarepatentgegner hingegen gegen jegliche "Aufweichung"

Gerade mal wenige Tage alt ist der zweite Entwurf zur Version 3 der GNU General Public License (GPLv3), die Diskussion darum verläuft aber bereits recht lebhaft. Nachdem erst unlängst Linux-"Erfinder" Linus Torvalds die Änderungen in der freien Lizenz kritisiert hatte, meldet sich nun auch HP entsprechend zu Wort.

Kritik

In einem Statement zeigt man sich enttäuscht darüber, dass wesentliche Patentfragen nicht "geklärt" wurden. Es gebe Bedenken, dass die simple Auslieferung einer einzelnen Kopie von GPLv3-lizenzierter Software negative Auswirkungen auf die Rechte eines Unternehmens im Bereich des geistigen Eigentums haben könnte.

Argumente

SoftwarepatentgegnerInnen sehen das freilich anders: So schreibt etwa Florian Müller, Gründer der NoSoftwarePatents-Kampagne, dass es gut sei "wenn Firmen wie HP und in noch größerem Maße IBM dazu gezwungen werden, endlich Farbe zu bekennen". Schließlich gebe es "einiges an Unklarheit, um nicht zu sagen Widersprüchlichkeit, in den Strategien solcher Konzerne".

Unternehmen

Diese würden den Gedanken der Freien und Open-Source-Software (FOSS) immer dann unterstützen, "wenn es in der Vertriebs-, Marketing- oder PR-Arbeit gerade zu Pass kommt". Ihnen sei aber "unendlich wichtiger, über zehntausende Softwarepatente zu verfügen". Entsprechend fordert Müller die Free Software Foundation dazu auf, nicht von ihrer Linie in dieser Frage abzurücken.

Lob

HP kann aber dem neuen Entwurf auch positives abgewinnen: Zwar habe man die Analysen der neuen Fassung noch nicht abgeschlossen, der Großteil der Verwirrung rund um die DRM-Abschnitte scheint aber nun behoben. (red)

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