Glawischnig und Gastinger nach Babypause wieder im Wahlkampf

3. August 2006, 12:33
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Kritik der Grünen Vizechefin an Öko­strom­gesetz - Justizministerin als orange Spitzen­kandidatin der Steiermark

Wien - Ein erstes politisches Lebenszeichen nach ihrer zweieinhalbmonatigen Babypause gab es am Dienstag von Eva Glawischnig. Die stellvertretende Grüne Bundessprecherin präsentierte sich bei einer Pressekonferenz für den Wahlkampf gewappnet, von nun an gelte es, wieder verstärkt auf Umweltthemen zu setzen. Dementsprechend gab es keine Babyfotos zu sehen, nach dem kurzen Auftritt ergriff sie die Flucht in die geschützten Parteiräumlichkeiten.

Ökostromgesetz

"Es gab Entwicklungen, die mich sehr bedrückt haben", lautete Glawischnigs Resümee ihrer politischen Abwesenheit, in der sie von Frauen- und Tierschutzsprecherin Brigid Weinzinger vertreten worden war. Konkret übte sie Kritik an Maßnahmen der Regierung sowie an weltweiten Entwicklungen am Energiesektor. Das neue Ökostromgesetz sei etwa von "Verhinderern und Vernichtern von Arbeitsplätzen" beschlossen worden.

Euratom "besonders verwerflich"

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel habe außerdem während des EU-Ratsvorsitzes die Weichenstellung für eine "Renaissance der Atomenergie" lediglich zur Kenntnis genommen, die Zustimmung Österreichs zum Atomforschungsprogramm Euratom sei "besonders verwerflich". Eine weitere Sorge der jungen Mutter: Russland sei drauf und dran zur Energiemacht aufzusteigen und spiele Europa und China gegeneinander aus.

"Vorrang für Frauen"

Für Glawischnig alles Themen, "für die es sich lohnt, in die Wahlauseinandersetzung einzusteigen". Denn: "Ich glaube, dass die Wählerinnen und Wähler diese Diskussion mit anderer Distanz sehen als Politikerinnen und Politiker." So verhalte es sich auch mit weiteren Kernthemen, die im Grünen Wahlkampf eine große Rolle spielen sollen, so etwa "Vorrang für Frauen", "Bildungsland Österreich" und "Raus aus der Armut".

Genauer behandelt sollen diese und weitere vier "Bausteine" bei einer Klausur des Bundesvorstandes werden, der Termin dafür steht noch nicht fest. Auf der Wiener Landesliste wird Glawischnig als Spitzenkandidatin aufscheinen, auf der Bundesliste wird sie als Zweite hinter Bundessprecher Alexander Van der Bellen kandidieren.

Auch Jung-Mama Gastinger kehrte in Polit-Ring zurück

Justizministerin Karin Gastinger ist nur 13 Tage nach der Geburt ihres Sohnes Max wieder in den politischen Ring zurückgekehrt: In Graz präsentierte sie sich am Dienstag an der Seite von BZÖ-Chef Peter Westenthaler als Spitzenkandidatin des Bündnisses bei der kommenden Nationalratswahl in der Steiermark. Westenthaler bezeichnete die Steiermark als "großes Hoffnungsgebiet" neben Kärnten und Wien und kündigte an, dass der bundesweite Wahlkampfauftakt am 26. August im weststeirischen Lannach stattfinden wird.

Oberste Priorität: Max

Gastinger, die von Westenthaler mit oranger Babyausstattung und von Landesobmann Gerald Grosz mit einem steirischen Panther zum Anstecken beschenkt wurde, sprach von einer für sie "schwierigen Entscheidung", für die letztlich das gute Umfeld der Landesorganisation den Ausschlag gegeben habe. Sie werde sich nach "Maßgabe dessen, was möglich ist" in den Wahlkampf einschalten, der für sie Ende August mit der Auftaktveranstaltung beginnen werde. Die gebürtige Grazerin betonte gleichzeitig, dass ihr Baby oberste Priorität habe. Zugeredet habe ihr auch Magda Bleckmann, die vor einigen Jahren als wahlkämpfende junge Mutter in einer ähnlichen Situation war.

Inhaltlich legte Peter Westenthaler erneut die drei Punkte Kinder- und Familienschutz, Steuerentlastung und Gleichstellung von Frau und Mann vor. Zu seine Forderung nach einer härteren Gangart gegen Sexualstraftäter, die u.a. nach Verbüßung der Strafe unter Kontrolle bleiben und in der Gemeinde namentlich veröffentlicht werden sollten, meinte Gastinger, jeder Weg, der den Opferschutz im Mittelpunkt habe, sei zu prüfen. Sie sehe das Problem komplex, auch Hilfsangebote für den Täter gehörten dazu. (APA)

  • Zurück im Wahlkampf: Eva Glawischnig
    foto: standard/regine hendrich

    Zurück im Wahlkampf: Eva Glawischnig

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    Karin Gastinger: 13 Tage nach der Geburt ihres Sohnes Max wieder im politischen Ring

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