Verschwundene Festplatten aus US-Atomlabor gefunden

17. Juni 2000, 10:42

Energieminister Richardson will Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

Zwei verschwundene Computer-Festplatten mit geheimen Informationen über Atomwaffen sind im US-Atomlabor von Los Alamos wieder aufgetaucht. Wie das US-Energieministerium am Freitag mitteilte, wurden die Festplatten, auf denen geheime technische Informationen zum Bau von Atomwaffen gespeichert sind, im Sicherheitsbereich des Labors entdeckt. Die Festplatten waren am 7. Mai in dem Labor im US-Bundesstaat New Mexico als vermisst gemeldet geworden. Das Energieministerium gab den Verlust erst diese Woche bekannt.

Der zuständige Energieminister Bill Richardson erklärte auf einer einberufenen Pressekonferenz, bei den Ermittlungen habe es gewisse Ungereimtheiten gegeben. Der Bereich, wo die Festplatten gefunden wurden, war zuvor bereits durchsucht worden. Der Vorfall werde genau untersucht, sagte Richardson weiter. Die Verantwortlichen für den Zwischenfall würden zur Rechenschaft gezogen.

Im Zuge der Untersuchungen hatten rund 25 Beamte der US-Bundespolizei FBI gemeinsam mit Ermittlern des Energieministeriums Mitarbeiter des Labors vernommen, die Zugang zu den Geheiminformationen hatten. Unter anderem waren auch Tests mit Lügendetektoren durchgeführt worden.

Die Festplatten waren in Tresoren aufbewahrt und von Forschern der Abteilung NEST benutzt worden. NEST ist für die Entschärfung von Nuklearmaterial zuständig, die Abteilung soll etwa bei terroristischen Anschlägen mit Kernwaffen zum Einsatz kommen. Der US-Nachrichtensender CNN berichtete, die Festplatten seien hinter einem Fotokopier-Gerät in dem Bereich des Labors gefunden worden, der bereits zweimal durchsucht worden sei. (APA/Reuters/dpa)

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