Die Tricks der Bankomatbanden

17. Oktober 2006, 21:32
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Vom Ausspionieren des Codes bis zur Sprengung der Geräte

Wesentlich häufiger als Hightechbanden, die Bankomatkassen manipulieren, sind Kriminelle, die sich an Geldausgabeautomaten bedienen. Mit oder ohne Gewalt.

Die klassische Methode ist das Ausspionieren des Codes und der anschließende Diebstahl der Karte. Auch dieses Vorgehen ist durch hohe Organisation der Banden gekennzeichnet: meist gibt es mehrere "Ausspionierer", die Taschendiebe auf die Opfer ansetzten. Die Abhebung wiederum findet durch Dritte statt. Und zwar nur wenige Minuten, nachdem Code und Karte gestohlen wurden. Tipp: Sich beim Beheben sowie beim Zahlen mit Karte nicht über die Schulter schauen lassen, von Nachgereihten Respektabstand einfordern.

Versierte Täter

Technisch versierter agierten Tätergruppen, die Kartenschlitze an Bankomaten so blockierten, dass Karten nicht mehr zurückgegeben wurden. In vielen Fällen wurden sogar die Notrufnummern auf den Bankomaten mittels Aufklebern getürkt, um eine sofortige Kartensperre zu verhindern. Nachdem die Opfer genervt abgezogen waren, fingerten die Täter die Karte heraus. Der Code war wiederum zuvor ausspioniert worden. In anderen Fällen meldete sich unter der falschen Notrufnummer ein angeblicher Mitarbeiter, der vorgab, zur Kartensperre den Code zu benötigen. Was aber nicht stimmt. Tipp: den Code niemandem Preis geben, echte Hotlines (siehe SERVICE) notieren.

Überfälle und das Abpressen des Codes unter Gewaltanwendung sind in Österreich eher selten. In anderen Ländern gehört die brutale Methode zum kriminellen Alltag. Anfang Februar wurde aus diesem Grund ein junges österreichisches Paar in Bolivien ermordet. Der Haupttäter ist immer noch auf der Flucht. Die Familien der Opfer kämpfen für den Reiseländern angepasste Abhebelimits. Tipp: Limits können auch individuell vereinbart werden.

Keine Vorsorge können Private gegen Bankomatsprengungen treffen. Eine entsprechende Serie italienischer "Bumser"wurde vor einem Jahr gestoppt. (Michael Simoner/DER STANDARD-Printausgabe, 01.08.2006)

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