Brutto für Netto: Große Freude mit dem "kleinen Fernsehspiel"

9. Oktober 2006, 15:08
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Es sind wie so oft die kleinen Dinge des Lebens, die große Freude bereiten: Die ZDF-Reihe "Das kleine Fernsehspiel"

Dem plappernden Wendeverlierer Marcel verlieh der deutsche Jungregisseur und Rosa-von-Praunheim-Schüler Robert Thalheim im Fernsehfilm "Netto" zuletzt ein sympathisches, witziges und zugleich schwermütiges Podium. 5000 Euro hatte Thalheim für die 90 Minuten zur Verfügung. Ähnliche Qualität ist am Dienstag in "liebeskind" zu erwarten: Jeanette Wagner erzählt ab 22.45 Uhr die Geschichte einer schwierigen Vater-Tochter-Beziehung.

Es sind wie so oft die kleinen Dinge des Lebens, die große Freude bereiten: Die Rede ist von der ZDF-Reihe "Das kleine Fernsehspiel". Um junge Talente zu fördern, werden keine großartigen Wettbewerbe ausgeschrieben, die Formalitäten sind vielmehr denkbar gering gehalten: "Sie wollen wissen, wie Sie Ihren ersten Film realisieren können?", klärt der Sender auf seiner Homepage die Zuständigkeit: "Dann sind Sie hier genau richtig." Auf diese Weise entstehen jährlich 23 Produktionen, noch dazu mit passablem Sendeplatz.

Die dafür verantwortliche Redaktion arbeitet seit 1963 – vier Tage nach Sendestart – und wartet mit prominenten Namen auf: Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Jim Jarmusch, Agnes Varda, Christian Petzold und Fatih Akin haben schon ihr "kleines Fernsehspiel" gedreht.

Ein österreichisches Pendant dazu gibt es nicht. Und ist vermutlich so bald auch nicht zu erwarten: In den Bewerbungsunterlagen der beiden aussichtsreichsten Kandidaten Monika Lindner und Wolfgang Lorenz scheint das Fernsehspiel gar nicht erst auf. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 1.8.2006

  • "liebeskind", im Rahmen der ZDF-Reihe "Das kleine Fernsehspiel", Dienstag, 22.45 Uhr.
    foto: zdf

    "liebeskind", im Rahmen der ZDF-Reihe "Das kleine Fernsehspiel", Dienstag, 22.45 Uhr.

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