Saftiger Preisanstieg bei Säften

23. August 2006, 15:53
4 Postings

Steigende Nachfrage, höhere Rohstoff-Kosten und Ernteausfälle durch Unwetter - ein Mix, der Orangen- und Grapefruitsaft um bis zu 50 Cent je Liter teurer werden lässt

Wien - Durstige Konsumenten müssen sich bald auf Preiserhöhungen bei Orangen- und Grapefruitsaft einstellen. "Wegen teurer Rohstoffe einerseits und der im Verhältnis immer noch günstigen Preise für das Endprodukt wird sich eine Preiserhöhung nicht vermeiden lassen," betonte Michael Blass, Geschäftsführer des Fachverbands der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, in einer Aussendung am Montag.

Die Hersteller seien mit Preiserhöhungen bei Orangensaftkonzentrat von 900 auf 1.800 Dollar (1.421 Euro) pro Tonne konfrontiert. Noch krasser sei die Lage bei Grapefruits, wo wegen Ernteausfällen von 80 Prozent in Kuba die Rohware um 300 Prozent verteuert wurde, führte Blass auf Anfrage der APA aus. Das ziehe auch für die Konsumenten höhere Preise nach sich: Geschätzt um 30 bis 50 Cent pro Liter werde Grapefruitsaft teurer werden, bei Orangensaft habe es teilweise schon kleine Anpassungen in Höhe von zehn Cent gegeben, das werde aber nicht ausreichen. Wahrscheinlich stehen noch Preiserhöhungen von 15 bis 20 Cent pro Liter Orangensaft an, so der Fachverband-Geschäftsführer.

Hurricans verwüsteten Anbauflächen

Nach zum Teil verheerenden Schäden und Ernteausfällen in den Hauptanbaugebieten in Brasilien und besonders in Florida habe sich der Preis der Früchte "drastisch" nach oben entwickelt. Besonders prekär sei die Situation in Florida, wo es - ausgelöst durch massive Wirbelstürme und Hurrikans - zur Vernichtung von Teilen der Anbauflächen gekommen sei, berichtet der Fachverband. In diesen Gebieten brauche es Jahre bis zur Wiederherstellung der ursprünglichen Anbauflächen und Flächenproduktionsleistungen.

Diese Situation habe zu massiven Verknappungen von Orangen- und Grapefruitkonzentrat am Weltmarkt geführt und folglich die Preise in die Höhe getrieben. Der Preis für Orangensaftkonzentrat habe sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt, bei weiter steigender Tendenz, erläutert der Fachverband. Eine Entspannung der preislichen Lage sei mittelfristig nicht in Sicht. Für die gesamte Branche habe sich der Kostendruck verstärkt. Die nicht vermeidbare Folge sei, dass die Verkaufspreise für Orangensaftprodukte quer über die Sortimente international angehoben wurden.

Sinnvolle Alternativen zu den Hauptbezugsgebieten gebe es für österreichische Fruchtsaftproduzenten nicht: Florida und Brasilien bleiben die wichtigsten Anbaugebiete für den heimischen Orangensaft. Insgesamt wird die Nachfrage nach Orangen und Grapefruits als Rohware signifikant stärker: Auch in China und Indien wird der Durst nach Säften und damit die Nachfrage nach Konzentraten auf Grund der verbesserten wirtschaftlichen Lage stärker. (APA)

  • Konsumenten werden 30 bis 50 Cent pro Liter mehr zahlen müssen.
    foto: standard/matthias cremer

    Konsumenten werden 30 bis 50 Cent pro Liter mehr zahlen müssen.

Share if you care.