Wiener Grüne prangern Stromverbrauch von Klimaanlagen an

31. Juli 2006, 20:17
1 Posting

Stromverbrauch an heißen Tagen um zehn Prozent erhöht - Chorherr: Passivhaus-Technik für Bürogebäude gefordert

Wien - Die Wiener Grünen wollen das Thema "stromfressende Klimaanlagen" im Bewusstsein der Bevölkerung verankern: Im Bürosektor müsse der Staat mit der Bauordnung und gezielten Förderung gegensteuern, forderte Gemeinderat Christoph Chorherr am Montag in einer Pressekonferenz. "Worum es mir geht, ist, dass das heute überhaupt kein Thema ist", erläuterte der Grün-Politiker sein Engagement.

Derzeit steige an heißen Tagen der Stromverbrauch in Wien dank der zunehmenden Klimaanlagen um zehn Prozent, so Chorherr. An Spitzentagen würden in den alten EU-15-Mitgliedstaaten allein neun Atomkraftwerke für die Kühlung arbeiten, was bei derzeitigen Steigerungsraten sogar zu einem Stromengpass führen könne.

Kritik an modernen Büro-Glaspalästen

Ein Hauptgrund sei die Bauweise der modernen Büro-Glaspaläste, die sich - mit durchgängiger Glasfassade nach Süden - auf bis zu 60 Grad aufheizen würden. "Wenn man so idiotisch baut, braucht man Klimaanlagen", bedauerte der Gemeinderat. Beim Heizen sei man dank der Umstellung der Bauordnung und Wohnbauförderung auf verstärkte Wärmedämmung bereits wesentlich weiter.

Heute sollten Bürogebäude gleichsam als Passivhäuser geplant werden. Dies sei etwa durch entsprechende Dämmung, außen liegende Beschattung, Erdsonden und zu Spitzenzeiten mit solarer Kühlung zu erreichen.

Die nächste Bundesregierung sollte deshalb die Bauordnung entsprechend ändern und "einige hundert Demonstrationsbauten" fördern. Auch sollte die öffentliche Hand bei Bauten wie Krankenhäusern und Schulen mit gutem Beispiel voran gehen und die solare Kühlung als Exportprodukt erkannt werden. (APA)

Share if you care.