Die Badende

Redaktion, 8. August 2006, 14:04
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    Typisches Blütenmodell der 70er-Jahre

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    Elegante Stoff-Badehaube im Turbanstil

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    Zeitgenössische Schwimmhaube im Metallic-Look

Die Vorfahrin der Badehaube hat ihre modegeschichtlichen Wurzeln in der Baigneuse des 18. Jahrhunderts

Erste Belege für den Schutz der Haare vor der Nässe beim Baden finden sich erst im Mittelalter in einer Art Turban. Die tatsächliche Vorhut der Badehaube kam mit der sogenannten "Baigneuse" (frz. Badende) im 18. Jahrhundert auf, in dem es üblich war, eine Haube zur Morgentoilette aufzusetzen. Diese wiederum hatte Ähnlichkeit mit der "Domdeuse" (frz. Langschläferin), einer bürgerlichen Schlafhaube, die ab 1775 zur modisch eleganten Morgenhaube umfunktioniert und in der Folge auch in Gesellschaft getragen wurde.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts das öffentliche Baden in Europa auch für Frauen salonfähig geworden war, trugen sie Netzhäubchen aus Wachstaft oder Wachskattun sowie Badehüte aus Strohgeflecht. 1883 wurden erstmals Badehauben aus Gummistoff und ab 1890 aus Kautschuk hergestellt. Diese Modelle waren bauschig gezogen, mit anliegendem Band und Nackenschutz. Ab 1900 wurden die Gummikappen anliegender und waren mit einer Stoffhaube überzogen bzw. mit einem Satin- oder Seidentuch drapiert.

In den "wilden 20er-Jahren", in denen Sport für Frauen immer weniger tabuisiert war, tauchte die den Kopf fest umschließende Badekappe mit Kinnband auf, die ab den 1930ern vorzugsweise mit plastischer Musterung produziert wurde. Größere, den Kopf betonende und auffällige Modelle wurden in den 60er- und 70er-Jahren getragen: bunte und üppige Blumen- und Blätter-Applikationen, entweder aus Gummi oder aus Tüll, galten als en vogue.

Ein Return zu eng anliegenden, jetzt aber hauchdünnen, Gummikappen ohne Schnörksel setzte dann in den 80er-Jahren ein, bis die Badehaube einige Jahre später ganz aus der Mode kam. (dabu)

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Mynnia
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Manche brauchen die leider...

...ich z.B. weil ich meine eh empfindlichen. langen Haare nicht noch mehr von Chlor-, Salz- und auch normalem Wasser zerfressen lassen will (der Sommer ist da ein Horror).
Wie Henna und Chlor miteinander reagieren, weiß ich auch nicht *G*
Also, auch wenns bescheuert aussieht - wer langes Haar will, braucht die Haube ;)

So Nina
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Gottseidank!

..gibt es diese Ungetüme nicht mehr. Der Schrecken meiner Kindheit hat mir oft genug Badbesuche unangenehm gemacht - vor allem, wenn sich die Haare vom Gummidichtband irgendwie magisch angezogen fühlten....

El Bulli
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erinnere mich heute noch mit schaudern

an die ungetüme, die meine mutter in den 70er-jahren beim italien-urlaub auf dem kopf hatte. unbeschreiblich!
andererseits: mein vater hat damals auch herrenhandtaschen getragen...

Lectrice
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In den 70ern durften Sie eigentlich, soweit ich mich erinnern kann, ohne so ein Monstrum gar nicht ins Schwimmbecken.

Ich hatte lange Haare bis zum Oberschenkel - und jedes Mal wenn ich das Ding endlich am Kopf hatte eine krebsrote "Birne" vor Angstrengung und Schmerzen. Hat mir so manchen Badetag verleidet und die Haare waren trotzdem nass.

Auch wenn ich dieses Blümchenmodell oben am Foto, das ich auch besass, jetzt im Nachhinein fast witzig finde.

pier paolo pasolini
 
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Nicht zu vergessen die langgestreiften Glockenhosen. Irgendwie wird man da ganz nostalgisch

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