Dornfingerspinnennetz der Furcht

2. August 2006, 10:25
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Ein neuer Biss in Oberösterreich - Die Panik ebbt nicht ab

Die Dornfingerspinne setzt ihre Entsetzen verbreitende Wanderung durch Österreich fort. Das jüngste Opfer ist ein Arzt aus Ried im Innkreis. Davor versetzte das bis zu 15 Millimeter kleine rötliche Tier Menschen in Niederösterreich, in Wien und in der Steiermark in Furcht.

Das jüngste Opfer des Tieres wurde ein Arzt, er wurden ins Bein gebissen. "Es fühlte sich an wie eine Brennnessel. Erst am nächsten Morgen hatte ich Schmerzen und eine Schwellung", berichtete der Mann. Bis zum Abend bildete sich ein Abszess.

Bisse des aus dem Mittelmeerraum stammenden Tieres sind schmerzhaft, aber nicht tödlich. Es kann unter Umständen zu allergischen Reaktionen wie bei einem Wespen- oder Hornissenstich kommen. Bloß: Wespen hört man kommen und man hat den Eindruck, sich wehren zu können. Die Spinne dagegen beißt unvermutet zu.

Hotline läuft heiß

Heiße Schauer treibt das Tier den Mitarbeiter der Vergiftungs-Informationszentrale im Wiener AKH über die Haut. Die Nummer 01-406-43-43 wurde am Montag offenbar nahezu pausenlos angewählt. Ständig rufen Menschen an, die wissen wollen, wo die Spinne lebt und wie gefährlich sie ist, sagte ein schwer beschäftigter Mediziner: "Seit 8 Uhr läutet das Telefon jede Minute."

Alle vier Telefonleitung werden derzeit rund um die Uhr betreut. Eigentlich sollte die Telefonauskunft sich aber schwerer Giftunfälle annehmen Intensivmediziner, die Unterstützung brauchen, müssen durch die Überlastung auf Einrichtungen in München oder Zürich zurückgreifen, stöhnt man im Wiener AKH.

Angst um Kinder

Vor allem Frauen, die Angst um ihre Kinder haben, suchen bei den Toxikologen Rat und Hilfe. Aber auch Hunde- und Katzenbesitzer, die sich um ihre Lieblinge sorgen, "quälen"die Gift-Experten. Den meisten Anrufern kann zumindest die Panik genommen werden. Dass man am Gift der Dornfingerspinne nicht gleich stirbt, ist auch eine wichtige Information.

Die Tierchen sind vor allem im Mittelmeerraum verbreitet, kommen aber auch in wärmeren Gebieten am Rhein vor. In warmen Sommern breiten sie sich auch bei uns aus. (red/DER STANDARD-Printausgabe, 01.08.2006)

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    Der Dornfinger (Cheiracanthium punctorium) ist die giftigste Spinne unserer Fauna. Es handelt sich um eine aus dem Mittelmeer eingewanderte, bis zu 1,5 Zentimeter lange Sackspinne. Sie kann im Gegensatz zu anderen heimischen Arten die menschliche Haut durchdringen.

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