Zwei Fälle von Bankomatkartenbetrug bestätigt

31. Juli 2006, 18:52
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Weiterer Fall in Oberösterreich nicht verifiziert - Spuren führen nach Frankreich und Italien - Opfern wird der Schaden ersetzt

Wien - In der Causa des Bankomatkartenbetrugs laufen intensive Ermittlungen des Bundeskriminalamts. Bisher sind zwei Fälle in Salzburg bzw. in Villach bekannt geworden, in denen Bankomatkassen-Geräte mittels eines Chips manipuliert wurden. Die Chips speicherten alle Kartendaten inklusive des Pin-Codes. Die Kriminellen fertigen Duplikate an und versuchten die Konten ihrer Opfer zu plündern.

Gerüchte über einen weiteren Fall in Oberösterreich konnten bisher nicht verifiziert werden, hieß es im Bundeskriminalamt auf APA- Anfrage. Die Spuren führen nach Frankreich und Italien, vermutet wird auch eine Verbindung zur so genannten Kreditkarten-Mafia in Ungarn, die für ähnlich gelagerte Fälle im Ausland verantwortlich sein soll.

4.000 Karten gesperrt

Laut ORF-Mittagsjournal wurden aus Sicherheitsgründen 4.100 Bankomatkarten gesperrt. Die betroffenen Kunden sollen von ihrer Bank umgehend eine neue Karte ausgestellt bekommen, so der Geschäftsführer von Europay Austria Peter Neubauer zum ORF.

Bei der Polizei seien bisher keine neuen Fälle gemeldet worden. Möglicherweise habe sich die Bande bereits ins Ausland abgesetzt, so das Bundeskriminalamt.

Kein Schutz gegen Ausspionieren der Daten

Schützen kann sich der Kunde gegen dieses Ausspionieren der Kartendaten nicht, meinen Experten. Den Betrug merkt man erst bei Durchsicht der Kontoauszüge. Europay Austria hatte bereits am Wochenende betont, allfälligen Opfern werde der Schaden ersetzt.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) meint, der Kunde könne sich durch eine falsche PIN-Eingabe gegen den Datenklau schützen: Im Zuge des Zahlungsvorganges tippe man zunächst bewusst einen falschen PIN-Code ein. Schlägt der Zahlungsvorgang fehl, dann ist die Kasse echt und man zahlt nunmehr unter Verwendung des richtigen PIN-Codes. Akzeptiert die POS-Kasse aber den falschen Code, dann handelt es sich um eine Attrappe und man sollte die Exekutive verständigen. Vorsicht ist aber auch hier geboten: Bei dreimaliger falscher Eingabe des Codes wird die Karte eingezogen.

Der VKI betonte am Montag auch, dass Kunden im Fall des Betruges mittels Bankomatkarten-Doubletten nicht für den Schaden haften. Anders beim Verlust oder Diebstahl der Bankomatkarte und dem anschließenden Missbrauch durch Dritte: In diesem Fall trifft den Kunden dann eine Haftung, wenn ihn an der Weitergabe des geheimen PIN-Codes ein Verschulden trifft. Wurde der PIN dagegen - ohne Zutun des Kunden - ausspioniert, dann haftet der Kunde auch hier nicht.

Widerspruch binnen sechs Wochen

Kontoauszüge immer rasch und genau zu überprüfen, ist für den VKI das oberste Gebot. Finde man eine unberechtigte Buchung, dann muss gegen diese binnen sechs Wochen bei der Bank Widerspruch erhoben und die Gutbuchung des Betrages verlangt werden. (APA/red)

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