Filmfestival Locarno mit neuer Direktions-Ära

30. Juli 2006, 20:08
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Von 2. bis 12. August - Österreich-deutsche Koproduktion im Wettbewerb

Locarno - Beim Filmfestival Locarno (2. bis 12. August) beginnt eine neue Ära: Mit Frederic Maire haben die Filmfestspiele einen neuen künstlerischen Leiter. Sein Programm besteht aus den Reihen Piazza Grande, Wettbewerb, "Cineasten von heute" mit Wettbewerb und außer Wettbewerb, "Leoparden von morgen", Kritikerwoche und Retrospektive sowie den Spezialprogrammen "Play Forward" und "Open Doors".

Wettbewerbsbeiträge

Im offiziellen Wettbewerb sind 21 Filme aus 17 Ländern zu sehen. Nachfolgend die Liste der Filme: Uraufführungen sind als UA gekennzeichnet, Erstlingswerke mit E.

"Das Fräulein" von Andrea Staka (Schweiz/UA/E)
"Gefangene" von Iain Dilthey (Deutschland/Österreich/UA)
"Der Mann von der Botschaft" von Dito Tsintsadze (Deutschland/UA)
"Le dernier des fous" von Laurent Achard (Frankreich/UA)
"Suzanne" von Viviane Candas (Frankreich/UA)
"Ça rend heureux" von Joachim Lafosse (Belgien)
"Jimmy della collina" von Enrico Pau (Italien/UA)
"Mare nero" von Roberta Torre (Italien/UA)
"Dies d'agost" von Marc Recha (Spanien/UA)
"Body Rice" von Hugo Vieira da Silva (Portugal/UA/E)
"Paper Will Be Blue" von Radu Muntean (Rumänien/UA)
"Ellipsis" von Andrei A. Eshpai (Russland/UA/E)
"The Lives of the Saints" von Chris Cottam und Rankin (Großbritannien/UA/E)
"Half Nelson" von Ryan Fleck (USA/E)
"Stephanie Daley" von Hilary Brougher (USA)
"Black Eyed Dog" von Pierre Gang (Kanada/UA)
"El Benny" von Jorge Luis Sánchez (Kuba/UA/E)
"Agua" von Veronica Chen (Argentinien)
"Fireworks Wednesday" von Asghar Farhadi (Iran)
"Bliss" von Sheng Zhimin (China/UA/E)
"Don't Look Back" von Kim Young-Nam (Südkorea/E)

Wenig Hollywoodstars

Eröffnet wird das Festival am Mittwochabend auf der Piazza Grande, dem Herzstück des Festivals, mit dem Hollywood-Actionfilm "Miami Vice". Die Hauptrollen spielen Colin Farrell, Jamie Foxx und Gong Li. Keiner der Stars kommt jedoch nach Locarno. Auch Regisseur Michael Mann hat abgesagt. Weil auch die Jurys weitgehend mit unbekannten Namen besetzt sind, kündigt das Festival dieses Jahr als einzigen Star den US-Schauspieler Willem Dafoe an, der einen Preis erhält.

Als Voreröffnung wird bereits am 1. August der US-Dokumentarfilm "An Inconvenient Truth" gezeigt. In dem Film über den Klimawandel engagiert sich der frühere US-Vizepräsident Al Gore vehement für Umweltanliegen.

Barbara Albert in der Jury

Im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden sind 21 Beiträge zu sehen - neben Streifen aus Europa und den USA Filme aus Kuba, Argentinien, Iran, China und Korea. Österreich ist mit der deutsch-österreichischen Koproduktion "Gefangene" von Iain Dilthey im Wettbewerb vertreten. Neben dem österreichischen Horrorthriller "In 3 Tagen bist du tot" von Regisseur Andreas Prochaska, der allerdings nicht im Bewerb läuft, ist auch Susanne Brandstätters "Rule of Law" in der Reihe "Cineasten der Gegenwart" zu sehen. In der Jury, die über die Vergabe des "Goldenen Leoparden" entscheidet, sitzt die österreichische Regisseurin Barbara Albert.

Erstmals gibt es den Wettbewerb "Cineasten der Gegenwart", in dem 26 innovative Werke gezeigt werden. Mit fünf Beiträgen ist hier Frankreich am besten vertreten. Die Kurzfilmreihe "Leoparden von morgen" besteht wie immer aus zwei Wettbewerben: Der erste zeigt Werke junger Schweizer Filmer, der zweite Filme aus Ländern östlich des Mittelmeers, darunter fünf Beiträge aus Israel, zwei aus dem Libanon und einen aus Palästina.

Insgesamt präsentiert der neue Direktor ein deutlich schlankeres Programm als in früheren Jahren. Gezeigt werden insgesamt rund 170 lange Filme, was eine Reduktion um ein Viertel gegenüber 2005 darstellt. Da weniger Filme gezeigt werden, ist auch das Budget mit 9,8 Millionen Franken (6,23 Mio. Euro) rund 1,5 Prozent tiefer als in den Vorjahren. (APA/sda)

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