Meinungsforscher geben Martin hohe Chancen

30. Juli 2006, 19:15
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OGM: Mit Unterstützung der "Krone" steht Parlamentseinzug nichts im Wege

Wien - Die Meinungsforscher sind überzeugt, dass Hans-Peter Martin im nächsten Nationalrat sitzen wird - wenn er die bürokratische Hürde der 2.600 Unterstützungserklärungen genommen hat. OGM-Meinungsforscher Peter Hajek ist überzeugt, "mit Unterstützung der Kronen-Zeitung steht dem Einzug in den Nationalrat nichts im Wege". Die Titelschlagzeile der Sonntagsausgabe der "Krone" lautet auch: "H.P.Martin startet in den Wahlkampf".

Ergebnis geringer als bei EU-Wahlen

Hajek wollte noch keine Prognose über das Abschneiden der "Liste Martin" bei der Nationalratswahl abgeben. So hoch wie bei der EU-Wahl vor zwei Jahren, bei der Martin 14 Prozent der Stimmen erhielt, werde das Ergebnis allerdings nicht ausfallen. "Das Spiel ist ein anderes", so Hajek wörtlich.

Probleme für restlichen Parteien

Probleme werde die Kandidatur vor allem für SPÖ, FPÖ und BZÖ bringen. Sowohl SPÖ als auch FPÖ werde Martin Stimmen von EU-kritischen Wählern wegnehmen. Eine "massive Gefahr" sieht Hajek für das BZÖ, wo Martin "Proteststimmen absaugen" wird.

Ähnlich die Analyse von IMAS-Meinungsforscher Andreas Kirschhofer in der "Krone". Wenn Martin Ende August sein Antreten bei der Nationalratswahl perfekt macht, "dann wird das für die Kleinparteien wie BZÖ, FPÖ und auch die Grünen eine schmerzhafte Sache". Martin werde nämlich vor allem diesen politischen Gruppierungen Wähler wegschnappen, weil er speziell politikverdrossene Österreicher anspricht. Kirschhofer: "Das betrifft die Abneigung gegenüber der EU, aber auch Menschen, die sich von der BAWAG/ÖGB-Krise abgestoßen fühlen". Letztere könnten von der SPÖ zu Martin abwandern.

Laut ersten IMAS-Umfragen kann sich Martin "des Wohlwollens und der Sympathie" von etwa 10 bis 11 Prozent aller Wähler sicher sein. Das heiße, so Kirschhofer, "aber nicht, dass ihn die alle auch wählen werden". Sollte Martin "die Stimmung gegen die da oben bündeln können", dann werde er nach Ansicht des IMAS-Chefs "allerdings sehr gemütlich ins Parlament marschieren". Die "Liste Martin" könnte aus heutiger Sicht laut IMAS bei der Wahl am 1. Oktober auf bis zu 8 Prozent Wähleranteil kommen. (APA)

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