Porträt: Der "EU-Aufdecker" will in den Nationalrat

30. Juli 2006, 19:15
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Meinungsforscher: Wählerpotenzial bis zu 17 Prozent

Wien - Den selbst ernannte "EU-Aufdecker" Hans-Peter Martin zieht es in das Parlament in Wien. Nach dem Überraschungserfolg bei der EU-Wahl vor zwei Jahren - die "Liste Martin" erreichte 14 Prozent und damit Platz drei noch vor den Grünen - will Martin bei den Nationalratswahlen am 1. Oktober antreten. Der 49-jährige gebürtige Vorarlberger, der seit 1999 im Europäischen Parlament sitzt, kann vor allem auf die mediale Unterstützung durch die "Kronen Zeitung" setzen.

Meinungsforscher: Wählerpotenzial bis zu 17 Prozent

Die Meinungsforscher beziffern das Wählerpotenzial Martins mit bis zu 17 Prozent. In der letzten veröffentlichten "Sonntagsfrage" von market im "News" der vergangenen Woche kommt "HPM" allerdings auf gerade einmal drei Prozent und liegt damit hinter dem BZÖ (vier Prozent) und der FPÖ (sieben Prozent).

Martin wird von früheren Arbeitskollegen nachgesagt, dass er ein unbequemer Selbstdarsteller ist und dass er sich nicht für Teamarbeit eignet.

"Spiegel"-Journalist

Als Unbequemer hatte der frühere "Spiegel"-Journalist immer schon gegolten. Das bekam vor allem die SPÖ zu spüren, für die Martin 1999 als Spitzenkandidat in die EU-Wahl gezogen war. Nachdem man ihn dann aber nicht zum Delegationsleiter bestimmte, begann der große Krach - nach jahrelangen Streitereien wurde Martin zu guter Letzt sogar aus der Fraktion der Europäischen Sozialdemokraten ausgeschlossen.

Lebenslauf

Martin wurde 1957 in Bregenz, Vorarlberg, geboren. Er studierte Rechts- und Politikwissenschaften in Wien. Ab 1986 war er außenpolitischer Redakteur beim deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in Hamburg. Von 1989 bis 1991 war er Korrespondent für Südamerika mit Sitz in Rio de Janeiro. Dann leitete er das "Spiegel"-Büro in Wien.

Neben dem Bestseller "Die Globalisierungsfalle" publizierte er "Nachtschicht - eine Betriebsreportage" sowie als Co-Autor "Gesunde Geschäfte", "Kursbuch Gesundheit" und "Bittere Pillen". 1980 erhielt er den Dr.-Karl-Renner-Förderungspreis für Publizistik und 1997 den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch. Martin ist Mitbegründer des Ökologie-Instituts Wien (1985), war bis zu seiner Wahl in das EU-Parlament Aufsichtsrat bei Greenpeace in Deutschland und Co-Mitglied des Club of Rome.

Martin ist seit Sommer 2004 mit seiner langjährigen Lebensgefährtin verheiratet. Aus erster Ehe hat er einen Sohn. (APA)

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    Hans-Peter Martin (das Bild zeigt den EU-Abgeordneten in Straßburg im März 2006) will mit seiner eigenen "Liste Dr. Martin - für Demokratie, Kontrolle, Gerechtigkeit" bei den Nationalratswahlen am 1. Oktober antreten.

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