Nach Bankomat-Betrug: Schäden von Kartenbesitzern werden ersetzt

31. Juli 2006, 09:36
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Organisierte Banden manipulierten Kassen und verschafften sich Zugang zu Kartendaten und Pin-Codes - Ermittlungen laufen

Wien/Salzburg (APA) - Nach dem Auffliegen einer neuen Form von Bankomatkarten-Betrug müssen sich betroffene Kunden keine Sorgen machen, dass sie auf ihrem Schaden sitzen bleiben. Mehrere tausend potenziell gefährdete Karten in Salzburg und Kärnten seien aus Sicherheitsgründen gesperrt worden, teilte Angela Szivatz, Sprecherin von Europay Austria, am Samstag auf Anfrage der APA mit. Jenen Kunden, die Opfer der betrügerischen Transaktionen geworden seien, werde der Schaden ersetzt.

Kunden erhalten nach der Sperre von ihrer Bank umgehend eine neue Karte. Europay geht davon aus, dass rund 500 Personen betroffen sein könnten. Der ORF Salzburg berichtet vom Fall einer Frau aus Hallein-Rif. Von ihrem Konto hatten die unbekannten Täter in Bordeaux 800 Euro abgehoben.

Die Täter manipulierten die Terminals von Bankomat-Kassen und gelangten so zu den Kundendaten. Mit Karten-Duplikaten plünderten sie dann die Konten. Bisher sind zwei Fälle in einer Salzburger Tankstelle und einem Kärntner Blumenmarkt bekannt. Die Spuren führen nach Frankreich und Italien. Die Ermittlungen laufen, hieß es am Samstag bei der Kriminalpolizei Salzburg.

Chips in Bankomat-Terminals eingebaut

Die Betrüger dürften Chips in die Bankomat-Terminals eingebaut haben, die alle Karten-Daten, inklusive dem PIN-Code, speichern. Die bargeldlosen Zahlungsstationen der Tankstelle wurden in der Nacht auf Dienstag gestohlen. Auch das Gerät im Blumenmarkt wurden entwendet. Mit den gespeicherten Konto-Daten konnten die Täter Duplikate anfertigen und Geld beheben. Ersichtlich werden Manipulation und Betrug erst bei einem Blick auf den Kontoauszug. Die Schadenshöhe lässt sich derzeit noch nicht festlegen. Es dürften im Moment aber auf jeden Fall mehr als 10.000 Euro sein, schätzt die Polizei.

Im restlichen Europa hat es ähnliche Betrügereien gegeben, hinter denen die ungarische "Kreditkarten-Mafia" stecken dürfte. Dabei wurden Geräte an die Datenleitungen angeschlossen, die per SMS die Karten-Daten verschickten. Bei dieser Form des Betrugs sind mitunter die Betreiber der Geschäfte eingeweiht und erhalten ein entsprechendes Honorar. In Norditalien ließen sich Täter abends in Supermärkten einschließen, manipulierten die Terminals und stahlen sie später.

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    foto: der standard
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