Lahoud: USA verzögern Waffenruhe

31. Juli 2006, 06:27
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Libanesischer Präsident: UNO-Beobachtungsposten von Israel absichtlich beschossen

Beirut/Paris - Der libanesische Staatspräsident Emile Lahoud hat vor der neuen Nahost-Mission von US-Außenministerin Condoleezza Rice die USA beschuldigt, "Druck auszuüben", um einen von den Europäern gewünschten Waffenstillstand zur Beendigung der israelischen Angriffe auf sein Land hinauszuzögern. Bevor man über die Entsendung einer internationalen Stabilisierungstruppe mit UNO-Mandat in den Südlibanon sprechen könne, müsse eine Feuereinstellung vereinbart werden, betonte Lahoud am Samstag in Beirut gegenüber dem französischsprachigen Weltsender TV5. Der Libanon werde sich nicht "unter Bombenhagel" die Bedingungen eines Waffenstillstands diktieren lassen, sagte Lahoud.

"Denkzettel"

Israel habe "absichtlich" den UNO-Beobachterposten im Südlibanon unter Beschuss genommen und dabei UNO-Soldaten getötet, sagte Lahoud laut der Beiruter Tageszeitung "L'Orient-le Jour". Israel habe damit UNO-Generalsekretär Kofi Annan einen Denkzettel verpassen wollen, weil dieser einen sofortigen Waffenstillstand verlange. Israel habe mit seiner Offensive bewirkt, dass die Hisbollah immer mehr Anhänger im Libanon und der arabischen Welt habe, meinte der libanesische Präsident. (APA)

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