Holender kritisiert "unverschämte" Kartenpreise

20. Juli 2007, 16:43
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"Ich würde das nie bezahlen" - Zwiespältige Bilanz zu Intendant Peter Ruzicka

Wien - Staatsopern-Direktor Ioan Holender übt Kritik an den Kartenpreisen bei den Salzburger Festspielen. "Da die Festspiele überwiegend durch Steuergelder erhalten werden, sind die Preise unverschämt. Ich würde das nie bezahlen. Es kann keine Opernvorstellung geben, die 600 Euro wert ist", so Holender im "Kurier" (Samstag-Ausgabe).

Es heiße zwar immer, die Karten müssten so teuer sein, um all das realisieren zu können. Aber: "Dann soll man halt weniger machen. Ich finde auch, dass der 'Jedermann' bei freiem Eintritt stattfinden sollte. Das wäre ein Zeichen."

Gefallen gefunden hat Holender dagegen am Kleinen Festspielhaus. Dieses gefalle ihm gut, "man sieht und hört auch besser". "Le Nozze di Figaro" hält er für "eine handwerklich hochprofessionelle Regiearbeit, wenn ich auch nicht alles verstanden habe". Durch die mediale Werbung habe man den Eindruck gehabt, dass die Susanna wichtiger als der Figaro sei: "Doch da dies nicht so ist, waren schon in der Pause viele Zuschauer enttäuscht."

Zwiespältige Bilanz

Die Bilanz des scheidenden Festspiel-Intendanten Peter Ruzicka sieht Holender zwiespältig: Von seiner Intendanz würden zwei einander völlig widersprechende Dinge bleiben: "Eine musikalische Seriosität. Und ein billiger Adabei- und Seitenblicke-Gottschalkismus. Salzburg ist mehr denn je Treffpunkt der Adabeis." Die Aufführung aller 22 Mozart-Bühnenwerke bei den Festspielen sieht Holender als Bestätigung für den Trend zur "Eventisierung" von Kunst.

Es sei auch "schlimm, dass die Festspiele schon bei der Eröffnung jeder geistigen, tieferen Aussage entleert sind. Früher gab es wenigstens eine Eröffnungsrede. Heute ist, was sich dort bei der Eröffnung abspielt, nicht viel wichtiger als bei Wasserspielen in Mörbisch." (APA)

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