Unwetter in Tirol richtet starke Schäden an

31. Juli 2006, 11:48
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58-Jähriger von Gebirgsbach mitgerissen - Brand durch Blitzschlag im Sellraintal - Kurioser Bahnunfall

Innsbruck - Die starken Niederschläge haben am Freitagabend in Teilen Nordtirols Schäden angerichtet. Der spektakulärste Zwischenfall ereignete sich im Zillertal, wo bei Rohrberg ein 58-Jähriger bei Aufräumungsarbeiten während des Unwetters von einem Gebirgsbach bis in den Ziller-Fluss mitgerissen wurde. Der Mann überlebte schwer verletzt und musste in die Universitätsklinik Innsbruck geflogen werden.

Bei Rohrberg im Zillertal war die Gemeindestraße durch Geröllmassen auf 400 Metern Länge verlegt worden. Der Landwirt hatte versucht, Schäden von seinem Haus abzuwenden und wurde vom Haslachbach mitgerissen. Schwer verletzt konnte er sich hunderte Meter weiter selbst ans Ufer retten.

Brand durch Blitzschlag

Im Sellraintal (Bezirk Innsbruck-Land) löste Blitzschlag den Brand im Wirtschaftsgebäudes eines landwirtschaftlichen Betriebes aus. Der 42-jährige Bauer wollte in St. Sigmund gerade sein Vieh versorgen, als der Blitz einschlug. Die Alarmierung der Feuerwehr misslang, weil das Telefon ausgefallen war.

Zusammen und freiwilligen Helfern gelang es ihm, zwei Kälber und eine Ziege aus dem Stall zu retten und das vor dem Gebäude abgestellte Auto in Sicherheit zu bringen. Das Wirtschaftsgebäude selbst wurde ein Raub der Flammen. Während des Löscheinsatzes konnte die Einsatzmannschaft noch vier Ziegen und einen Stier aus dem völlig verqualmten Stallgebäude bergen. In den Flammen kamen sieben Hühner um. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der angerichtete Schaden auf etwa 250.000 Euro.

Wiener Familie in Not

Die Unwetter am Freitagabend in Tirol sind auch einer Urlauberfamilie aus Wien zum Verhängnis geworden. Die Touristen wurden auf einer Privatstraße in Windau bei Hopfgarten im Brixental in ihrem Auto von Muren eingeschlossen. Rettungskräfte brachten sie schließlich unverletzt in Sicherheit.

Kurioser Bahnunfall

Die Niederschläge waren außerdem auch Ursache für einen kuriosen Bahnunfall bei Baumkirchen östlich von Innsbruck. Dort hatte ein Bauer 500 Kilogramm schwere Siloballen neben den Geleisen gelagert. Vermutlich auf Grund der Regenfälle rollte einer dieser Ballen über den Abhang und kam unmittelbar vor einem Güterzug auf dem Gleis zu liegen. Der Ballen wurde von der Lok erfasst, zerstört und vom Gleiskörper auf den Bahndamm geschleudert. An der Lok entstand dadurch Sachschaden in vorerst unbekannter Höhe. Das Gleis "2" der Westbahnstrecke war für etwa 20 Minuten für den gesamten Zugverkehr gesperrt.

Kaum Schäden in Vorarlberg

Die von vielen erhofften und teilweise heftig ausgefallenen Regenfälle haben in Vorarlberg kaum zu Behinderungen geführt. Freitagabend waren im Vorarlberger Oberland etwa ein Dutzend Keller und Unterführungen überflutet worden. Das Unterland war von der Gewitterfront weit weniger betroffen - allerdings musste die Seeaufführung des "Troubadour" der Bregenzer Festspiele abgesagt werden.

Die Aufführung wurde erst gar nicht auf der Seebühne begonnen, sondern sogleich in das Festspielhaus verlegt. Für die Bregenzer Festspiele bedeutet das ein Minus von rund 5.000 Besuchern, da die Aufführung im Freien ausverkauft gewesen ist.

Die Regenfälle hielten in überwiegend schwacher Form auch am Samstagvormittag in Vorarlberg noch an. Die Prognose der Wetterfrösche versprach für den Nachmittag allerdings bereits wieder zeitweiligen Sonnenschein. (APA/Red)

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