Highend für die Upper Class

29. Juli 2006, 10:54
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Heinrich von Ferstel plante Stadtvilla auf einem Eckgrundstück im exklusiven Cottage-Viertel in der Nähe des Türkenschanzparks

Auf einem Eckgrundstück im exklusiven Cottage-Viertel plante Architekt Martin Mittermair ein Haus, das dem Wohnanspruch der gehobenen Klientel genügt. Angemessen zurückhaltend fügt sich die klassisch-modern anmutende Stadtvilla in die durchgrünte Gegend.

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Eine englische Gartenstadt schwebte Architekt Heinrich von Ferstel vor, als er das Cottage-Viertel in der Nähe des Türkenschanzparks konzipierte. Seine rundum belichteten, freistehenden Stadtvillen - allesamt mit einem Vor-und Hintergarten - entsprachen jener Vision gesunden Wohnens, die seit jeher der "besseren Gesellschaft" vorbehalten war. Prominenz wie Ludwig Boltzmann, Arthur Schnitzler und Wolfgang Pauli zog es hierher. 1872 regte Ferstel die Gründung eines Cottage-Vereins an, der bis heute über die Einhaltung der rigorosen Bauvorschriften wacht, die dem Viertel seinen Charakter geben.

Kaum Neubauten

Neubauten sind in dieser Gegend selten, die Nachfrage ist umso höher. Für den Bauträger GEWO-Projekt bot sich hier die seltene Chance, eine neue Stadtvilla für die Cottage-Klientel zu realisieren. Architekt Martin Mittermair hatte schon einige Highend-Wohnprodukte realisiert und kennt das Anforderungsprofil der gehobenen Klientel. Keine Experimente, klassische Hauswerte zählen: Bestand, Stil, solide Bauweise, geschützte Atmosphäre und gehobener Standard im Komfort.

Ehrwürdige Tradition

Zwischen geschichtsträchtigen Jahrhundertwende-Villen, mitten im durchgrünten Herz des Viertels, liegt die Eckparzelle an der Cottage-Gasse. Rigoros geben die Bauvorschriften Lage und Kubatur vor. Dank Sondergenehmigung ließ sich in der Dachzone ein zurückgesetztes Staffelgeschoß durchsetzen. Aus Ziegeln gemauert und mit einem Kratzputz ganz nach Tradition der Zwanziger versehen, erweist das Haus der klassischen Moderne und seinem Villenumfeld Referenz. Gelblich lichtreflektierender Quarzsand in den unteren Stockwerken und eine optisch leichtere, weiße Dachzone erzeugen den Eindruck vornehmem Understatements.

Edelstahl und weißer Marmor

Wie die Schlinge einer Edelkrawatte wickelt sich die massive Edelstahlbrüstung um die granitverkleidete Stiege. Innen sorgen raumhohe Türen und Fenster mit blickdurchlässigen Außenjalousien für viel Licht. Die Bäder erstrahlen in weißem Marmor und türkischem Rosso Levanto. Die Küchenzeile aus südamerikanischem Markassa-Holz mündet direkt in eine Lederbank, unter der Arbeitsplatte wartet ein ausschiebbarer Servierwagen auf seinen gastgebenden Einsatz. Vor dem Wohnbereich erstreckt sich über die ganze Südlänge die Terrasse.

Panoramablick

Die ganze Pracht der Lagegunst entfaltet sich in der Dachmaisonette: Über die ebene Nachbarwohnung hinweg wächst sie zu einem dreiseitig verglasten, loftartigen Quasi-Einraum an zwei Terrassen aus. Hier bietet das Cottage-Viertel ein exklusives Panorama vom Millennium-Tower bis hin zum Stephansdom. (Isabella Marboe, DER STANDARD Printausgabe 29/30.7.2006)

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