"Aal-Prügeln" in britischem Küstenort wird verboten

31. Juli 2006, 20:13
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Tierschützer stoppt schräge Wohltätigkeitsveranstaltung

London - Der kleine Küstenort Lyme Regis im Süden von England muss künftig auf eines seiner traditionellen Sommervergnügen verzichten: Nach dem Protest eines Tierschützers haben die Behörden ab sofort das so genannte "Aal-Prügeln" untersagt, wie die britischen Zeitungen am Samstag berichteten.

Der Ort hatte 32 Jahre lang zu Gunsten der britischen Seenotrettungsgesellschaft (RNLI) und sehr zum Vergnügen von tausenden Anrainern und Touristen die fischige Veranstaltung organisiert. Dabei wurden zwei Gruppen gebildet, die mit anderthalb Meter langen toten Aalen, die an Seilen befestigt waren, aufeinander einschlugen.

"Aal-Prügeln"-Erfinder: "Lächerlich!"

Die RNLI stoppte das wilde Treiben, nachdem ein Tierschützer mit einer landesweiten Protestkampagne gedroht hatte. Der Erfinder des Events, Richard Fox, bezeichnete die Begründung für das Aus als "lächerlich". "Wie können wir Tierschutzrechte missachten, wenn die Tiere schon tot sind?"

Bürgermeister Ken Whetlor nannte den Tierschützer einen "feigen Unruhestifter", der den Leuten ein harmloses Vergnügen verdorben habe. "Als nächstes werden sie uns erzählen, der Makrelenfang mit Ködern sei unethisch." Die Tageszeitung "The Sun" empfahl, sich in den Weiten des Meeres nach einer anderen Fischart für britische Traditionssportarten umzusehen. (APA)

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