UNO fordert 72-stündige "humanitäre Waffenpause"

29. Juli 2006, 13:39
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Nothilfekoordinator Egeland: Für Evakuierung Verwundeter, Kinder und Alter - "Es ist etwas grundlegend falsch mit einem Krieg, in dem es mehr tote Kinder als bewaffnete Männer gibt"

New York - Der UNO-Nothilfekoordinator Jan Egeland hat vor dem Weltsicherheitsrat eine 72-stündige "humanitäre Waffenpause" im Libanon-Konflikt verlangt. Diese Zeitspanne sei dringend erforderlich, um Verwundete, Kinder und alte Menschen aus den umkämpften Gebieten zu transportieren, sagte Egeland am Freitag in New York.

Darüber hinaus müssten Krankenhäuser mehr Medikamente und andere Vorräte erhalten. Dieser ersten Waffenpause sollte so schnell wie möglich eine langfristige Waffenruhe folgen.

Mehr als 600 Tote im Libanon

Die Zahl der zivilen Opfer der israelischen Offensive im Libanon ist nach Angaben Egelands auf mehr als 600 gestiegen. Bei den Opfern handele es sich mehrheitlich um Frauen und Kinder, sagte er am Freitag vor dem Sicherheitsrat in New York. Schätzungsweise ein Drittel der getöteten Zivilisten seien minderjährig gewesen. Die genaue Zahl der Toten könne derzeit noch nicht ermittelt werden, weil viele von ihnen noch immer unter den Trümmern zerstörter Häuser lägen.

Zur Bergung der Toten und Anlieferung von Hilfsgütern rief Egeland die Konfliktparteien zu einem 72-stündigen Waffenstillstand auf. Er werde bei der libanesischen Hisbollah und in Israel dafür werben, dass die Feindseligkeiten vorübergehend unterbrochen werden, sagte Egeland. Die Feuerpause würde zudem Transporte von Medikamenten, Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern für die Hunderttausenden von Flüchtlingen ermöglichen.

"Grundlegend falsch"

"Es ist etwas grundlegend falsch mit einem Krieg, in dem es mehr tote Kinder als bewaffnete Männer gibt", ergänzte Egeland, der nach einer Reise in die Region den UNO-Sicherheitsrat über die Lage dort informierte. "Es muss aufhören. Es gab schon zuviel Leiden im Süden des Libanon, in Israel und im Gaza-Streifen." (APA/dpa)

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