Demonstrationen in Wien gegen Gewalt

28. Juli 2006, 22:28
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"Anti-imperialistischen Koordination" fordert Abbruch der diplomatischen Beziehungen Österreichs zu Israel

Wien - Zwei Demonstrationen gegen die andauernden Kämpfe im Nahen Osten sind am Freitagnachmittag bzw. -abend in der Wiener Innenstadt abgehalten worden. 900 Personen beteiligten sich nach Polizeiangaben an einer Kundgebung unter dem Titel "Stoppt den Krieg im Libanon, stoppt den Krieg im Heiligen Land", zu der die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) aufgerufen hatte. Der Zug führte von der Staatsoper zum Ballhausplatz.

Veranstalter

Die Route der zweiten Demonstration führte vom Stock im Eisen-Platz in die Nähe der US-Botschaft in Wien-Alsergrund. Zu den Veranstaltern gehörten linke Gruppen, Gruppen aus der Anti-Globalisierungs- und der Friedensbewegung sowie Angehörige der irakischen, palästinensischen und syrischen Gemeinden in Österreich.

Das Motto dieser Demo lautete "Stoppt den israelischen Terrorkrieg!". Auf dem Ballhausplatz wollten die rund 400 Teilnehmer von der Regierung fordern, die diplomatischen Beziehungen zu Israel abzubrechen, teilte Willi Langthaler von der Anti-imperialistischen Koordination (AIK) der APA mit. Man fordere, dass sich Österreich im Sinne der Neutralität nicht auf die Seite der USA und Israels stelle, so Langthaler.

Keine Zwischenfälle

Laut Polizei gab es bei keiner der Protestaktionen Zwischenfälle. Nachdem israelische Soldaten entführt wurden, geht Israel seit mehr als zwei Wochen militärisch gegen Extremisten im Gaza-Streifen und gegen die radikal-islamische Hisbollah im Libanon vor. Die Kämpfe forderten bisher hunderte Tote und lösten die Flucht von hunderttausenden Menschen aus. Ein österreichischer Soldat bei einer UNO-Beobachtermission im Libanon dürfte einem israelischen Angriff zum Opfer gefallen sein. (APA)

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