Mit Arte Zug fahren

9. Oktober 2006, 14:54
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Diese hübschen Dokumentationen widmen sich ausgesuchten, aber weit gehend wenig beachteten Nebengleisen des Schienenverkehrs

Seit einiger Zeit kann man auf Arte täglich verreisen. Mit dem Zug. Weil Zug fahren ab einer gewissen Zeit dann aber schon auch ein wenig fad wird, bescheidet sich der Kultursender mit Ausfahrten von nur 25 Minuten. Abfahrt ist wochentags jeweils um 20.15 Uhr. Seit 10. Juli - und noch die ganze nächste Woche lang - gibt es um diese Zeit die Reihe "Mit dem Zug durch . . ." zu sehen.

Diese hübschen Dokumentationen widmen sich ausgesuchten, aber weit gehend wenig beachteten Nebengleisen des internationalen Schienenverkehrs, erzählen deren Geschichte und lassen Zeitzeugen und Reisende ihre Geschichten erzählen.

Rührend war etwa der alte Lokomotivführer aus Brasilien, dem, längst im Ruhestand, heute immer noch ein paar Tränen kommen, wenn er die ausrangierten Dampfloks sieht, mit denen er einst durch den Wilden Westen des brasilianischen Dschungels gefahren ist. Schließlich kennt er sie immer noch mit ihrem Namen!

Heute stehen diese Maschinen vom Urwald fest umschlungen als Zeugen einstiger Pionierleistungen und leider vor sich hinrostend am Streckenrand. Der Kautschuk-Boom, für den sie einst von Bedeutung waren, der ist längst vorbei. Historisch beleuchtet man die Entstehung der jeweiligen Strecken und welche Bedeutung sie heute noch haben. Auf diese Art konnte man schon Reisen in Patagonien, in der Wachau, in Kambodscha, im Schweizer Hochgebirge und anderen Ländern machen. Fad war das nie - dafür weniger nervenzerreißend als Modellbahn spielen. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 29./30.7.2006)

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