Ärzte ohne Grenzen helfen bei medizinischer Erstversorgung

29. Juli 2006, 22:59
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22-köpfiges Team im Libanon - "Mobile Kliniken" errichtet

Wien/Paris - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat bisher 85 Tonnen Hilfsgüter von Zypern nach Beirut verschickt, um der libanesischen Zivilbevölkerung zu helfen. Weiteres Hilfsmaterial wartet darauf, nach Beirut verschifft zu werden und könnte am Freitag noch transportiert werden. Derzeit befindet sich ein 22-köpfiges Team der in Paris ansässigen internationalen Organisation im Libanon, bestehend aus Ärzten, medizinischem Pflegepersonal, aber auch Administratoren oder Logistikern.

Mobile Kliniken

"Schwerpunkt unserer Hilfe ist die Versorgung mit medizinischen Hilfsgütern wie Verbandsmaterial und Lebensmitteln. Außerdem kümmern wir uns um die medizinische Erstversorgung", sagte Herbert Ofner, Pressesprecher von Ärzte ohne Grenzen, zur APA. Die Hilfsorganisation hat im Libanon mobile Kliniken errichtet, unterstützt Krankenhäuser mit Medikamenten, medizinischer Notfallausrüstung oder Sanitärgütern. In der Stadt Tyrus im Südlibanon arbeiten ein Chirurg und ein Team von MSF an Ort und Stelle. In den kommenden Tagen werden zusätzliche Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Syrien und im Libanon erwartet. Außerdem sollen weitere mobile Kliniken, etwa in Beirut und im südlibanesischen Sidon, errichtet werden.

"Bis dato konnte durch die Hilfsaktionen unserer libanesischen Kollegen eine medizinische Katastrophe verhindert werden", sagte Pierre Salignon, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Frankreich. So würde es allerdings nicht weitergehen, betonte er. "Die lokalen Kapazitäten sind mit der Zeit erschöpft. Es besteht die Gefahr, dass sich die gesundheitliche Situation verschlechtert, und nur wenn in den nächsten Tagen internationale Hilfe in großem Stil anläuft, kann eine weit greifende Katastrophe verhindert werden." Die Arbeit gestalte sich als sehr gefährlich, grundlegende humanitäre Grundsätze wurden verletzt, Hilfskonvois zerstört, die Helfer kämen unter Beschuss. "Der Zugang zur Zivilbevölkerung in den besonders exponierten Gebieten ist praktisch unmöglich", sagte er.

Der Einsatzleiter in Beirut, Christopher Stokes, betonte, dass trotz der Gefahr durch die Kämpfe viele qualifizierte libanesische Ärzte in den Krankenhäusern geblieben seien. Viele Ärzte würden durch die harte Arbeit in letzter Zeit jedoch sehr erschöpft sein, die Grundversorgung werde knapp, so Stokes. (APA)

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