UNO zieht Beobachter aus dem Süden Libanons ab

28. Juli 2006, 16:46
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Reaktion auf Beschuss von UNO-Posten - UNIFIL-Beobachter vorübergehend in Naqoura zusammengezogen

Kopenhagen - Die Vereinten Nationen ziehen nach Angaben der dänischen Armee zahlreiche Beobachter von ihren Posten im Süden des Libanon ab. Die Patrouillen der UNO-Beobachtermission würden "nach der Fortsetzung der Bombardements in den vergangenen Tagen" abgebrochen, hieß es in einer Erklärung der dänischen Armee, die am Freitag in Kopenhagen verbreitet wurde. Die UNO bestätigte den Abzug von 46 unbewaffneten Beobachtern aus dem Grenzgebiet.

Einheiten im Hauptquartier zusammengezogen

Die UNO zog die Einheiten von den Posten Marwahin und Markaba im Hauptquartier der UNO-Beobachtermission UNIFIL in Naqoura an der südlibanesischen Mittelmeerküste zusammen. Auch zwei im Libanon stationierte österreichische Soldaten der UNO-Mission UNTSO befinden sich bereits in Naqoura. Beim Bombardement eines UNO-Postens im Süden Libanons durch israelische Kampfflugzeuge waren am Dienstag offenbar vier Blauhelmsoldaten ums Leben gekommen. Der aus dem Burgenland stammende steirische Major Hans-Peter Lang gilt seither offiziell als vermisst.

Die "United Nations Interim Force in Lebanon" (UNIFIL) ist seit März 1978 im Libanon. Anfangs waren bis zu 7000 Soldaten im Südlibanon stationiert, zuletzt waren es noch knapp 2000 Mann. Im Jänner diesen Jahres wurde das Mandat der UNIFIL turnusgemäß um ein weiteres halbes Jahr verlängert, es läuft planmäßig am Montag aus. Seit Gründung der Mission kamen rund 260 ihrer Mitglieder ums Leben, mehr als achtzig von ihnen bei Angriffen. (APA/AFP/dpa/AP)

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    Der Eingang des zerbombten UN-Postens im Südlibanon.

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