Zensur im Iran

16. Juni 2000, 18:55

Kurzmeldungen

Die französische Tageszeitung "Le Monde" und das französische Wochenmagazin "L'Express" sind auf Grund ihres "pornographischen Charakters" der iranischen Zensur zum Opfer gefallen. Nach Angaben der betroffenen Medien werden am Flughafen von Teheran seit einigen Wochen gewisse Bilder, die Frauen darstellen, aus den Printmedien geschnitten, bevor sie den AbonnentInnen zugestellt werden. Auch andere französische Zeitungen fielen der iranischen Zensur wegen "provokanter" Abbildungen zum Opfer.

Die iranischen Medien müssen sich bei der Veröffentlichung von Abbildungen an die strengen Regeln des islamischen Gesetzes halten. Die Frauen dürfen sich in dem Land nicht ohne Foulard in der Öffentlichkeit zeigen. Von Ausländerinnen, etwa Sportlerinnen oder Schauspielerinnen, dürfen allerdings Fotos ohne Kopfbedeckung veröffentlicht werden.

Kosovo

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat die serbischen Behörden aufgefordert, eine Gruppe von inhaftierten Kosovo-AlbanerInnen aus humanitären Gründen freizulassen. Dies gab am Freitag der UNHCR-Sondergesandte Dennis McNamara in Genf bekannt. Er habe die zuständigen Behörden bei einem Besuch in Belgrad Ende Mai aufgefordert, im Rahmen einer "humanitären Geste" vor allem ältere Gefangene und Frauen aus dem Kosovo freizulassen, sagte McNamara weiter. Die Inhaftierung der kosovo-albanischen Friedensaktivistin Flora Brovina etwa trage nur dazu bei, die Spannungen zwischen den beiden Volksgruppen zusätzlich zu verschärfen. (APA)

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