Alkohol am Steuer bei Hitze besonders fatal

30. Juli 2006, 20:47
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Fast jeder dritte Alk-Unfalllenker ist zwischen 15 und 24 Jahre alt

Durst mit Alkohol zu löschen, ist für Autofahrer bei großer Hitze noch fataler als sonst, sagte Rainer Christ, Soziologe vom Fond Gesundes Österreich. Bei der derzeitigen Witterung habe man es ohnehin mit einer "ungünstigen Situation" für hitzegeplagte Lenker zu tun. "Trinkt man zusätzlich Alkohol, multipliziert sich die Wirkung", so der Experte. Der Konsum von Hochprozentigem mache bei tropischen Temperaturen besonders müde.

Die Ferienzeit verleitet vor allem Jugendliche dazu, bei Feiern zu tief ins Glas zu schauen und dennoch das Auto zu starten, so der Verkehrsexperte. Laut Statistik ist Alkohol am Steuer generell ein Problem junger Lenker. 30 Prozent der Alk-Unfälle in Österreich werden von 15- bis 24-jährigen Fahrern verursacht, teilte der Fond Gesundes Österreich in einer Aussendung mit. Besonders drastisch sei die Situation am Wochenende: "Von den jungen Unfalllenkern steht in den frühen Morgenstunden am Samstag und Sonntag fast die Hälfte unter Alkoholeinfluss", sagt Dennis Beck, Geschäftsführer der Organisation.

Auto stehen lassen

"Viele der jungen Menschen steigen aus Angst vor Gesichtsverlust im Laufe eines Abends im Lokal nicht auf antialkoholische Getränke um und lassen dennoch den Zündschlüssel nicht in der Tasche", erklärte Andrea Lins, Gesundheitsreferentin des Fond Gesundes Österreich. Wer zu tief ins Glas geschaut hat, sollte sein Fahrzeug stehen lassen, appellierte die Organisation.

Das Risiko eines Verkehrsunfalls steige mit jedem Zehntel Promille. Bei 0,5 Promille sei die Gefahr mindestens doppelt so hoch, wie im nüchternen Zustand, warnten die Experten. Wer mit 1,2 Promille unterwegs ist, setzte sich einem zwölffachen Unfallrisiko aus.

Das Überschreiten der zulässigen Promillegrenze während der Probezeit kostet einem Führerscheinneulinge laut Fond Gesundes Österreich zwischen 36 und 3.600 Euro. Bis nach einer Nachschulung ist der junge Lenker seinen Schein los. Wer betrunken einen Unfall verursacht, könne im Extremfall mit einer Vorstrafe oder einem Gefängnisaufenthalt rechnen, so die Organisation. (APA)

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