Dürregeschädigte Bauern können Agrar-Kredite stunden lassen

30. Juli 2006, 20:39
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Vorbereitungen für eine neuerliche Raufutteraktion.

Zur weiteren Unterstützung der von der herrschenden Dürre geschädigten Landwirte hat das Landwirtschaftsministerium den Betroffenen die Stundung von Agrarischen Investitionskrediten (AIK) ermöglicht. Außerdem laufen Vorbereitungen für eine neuerliche Raufutteraktion. Die Situation der betroffenen Landwirte sei in einzelnen Regionen zum Teil dramatisch, so das Ministerium am Freitag in einer Pressemitteilung.

Die Rückzahlung der Agrarischen Investitionskredite wird auf Antrag gestundet und soll den landwirtschaftlichen Betrieben auch eine finanzielle Unterstützung ermöglichen.

Ziel der geplanten Futtermittel-Aktion ist es, betroffenen Betrieben einen verbilligten Bezug von Futtermittel für ihre Tiere zu ermöglichen. Im Rahmen dieser Aktion werden Ersatzfuttermittel staatlich gefördert. Dazu seien allerdings noch Gespräche mit dem Finanzministerium notwendig, um eine entsprechende Finanzierung gemeinsam mit den Bundesländern sicherstellen zu können, heißt es.

Deutschland überlegt noch

Deutschland hat noch nicht über ein staatliches Hilfsprogramm für die Bauern entschieden. "Wir sollten erst die Ernte abwarten und dann Bilanz ziehen", zitierte die Nachrichtenagentur dpa eine Ministeriumssprecherin. In manchen Regionen leide die Ernte wegen der Hitze, dagegen seien Weinbauern über das Wetter eher froh.

Wie berichtet hat gestern die Europäische Kommission Bauern in neun EU-Ländern - darunter auch Österreich - die vorzeitige Futterernte auf stillgelegten Flächen erlaubt. Mit dieser Entscheidung reagierte die Brüsseler Behörde auf die andauernde Dürreperiode. Normalerweise hätten die Landwirte auf den Flächen erst von September an Viehfutter ernten dürfen. Bis dahin seien die Pflanzen wegen der Hitzewelle aber vertrocknet, erklärte die Kommission. (APA)

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