Tamoxifen zur Vorbeugung umstritten

28. Juli 2006, 19:03
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Laut Studie wirkt Mittel nur in seltenen Fällen - Andere Risiken jedoch erhöht

Washington - Die meisten Frauen mit einem hohen Brustkrebs-Risiko profitieren nicht von der vorbeugenden Einnahme des Medikaments Tamoxifen. Nur bei einer kleinen Gruppe bestehe eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass das Krebsmittel die Lebenserwartung erhöhe, wie eine Studie unter Leitung der Universität von Kalifornien in Davis ergab.

Andere Risiken

Tamoxifen wird seit langem zur Behandlung von so genanntem hormonempfindlichem Brustkrebs eingesetzt. Allerdings erhöht die Einnahme des Präparates die Risiken etwa für Thrombose, Schlaganfall oder Gebärmutterkrebs. 1998 ließen die US-Behörden den Östrogenhemmer auch für die Prävention von Brustkrebs bei Frauen zu, deren Risiko, innerhalb von fünf Jahren einen Brusttumor zu entwickeln, bei mindestens 1,67 Prozent liegt.

Mit einem auf den Daten 50-jähriger Frauen beruhenden mathematischen Modell berechneten die US-ForscherInnen nun laut der Zeitschrift "Cancer", dass Tamoxifen die Lebenserwartung voraussichtlich nur bei Frauen erhöht, deren Brustkrebs-Risiko für die nächsten fünf Jahre mindestens bei drei Prozent liegt. (APA/AP)

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