Sommerbäder vermelden Rekordbesucherzahlen

2. August 2006, 10:25
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Im Juli in den meisten Bundesländern Riesenansturm auf Freibäder - Seen aber zum Teil beliebter

Die drückende Sommerhitze sorgt in vielen Bundesländern für Rekordbesucherzahlen in den Freibädern. In Wien wurde in den 17 städtischen Anlagen bereits eine Woche vor Monatsende ein neues Juli-Rekordergebnis erreicht. Regelrecht gestürmt wurden die Bäder auch in Vorarlberg, der Steiermark, in Tirol, Oberösterreich und Niederösterreich. Keine Spitzenwerte werden in Kärnten, dem Burgenland und Salzburg erwartet.

Wien: Stark wie nie

"So einen starken Juli hatten wir noch nie", freute sich Martin Kotinsky von den Wiener städtischen Bädern, "es ist auch insgesamt der stärkste Monat, den wir je gehabt haben." Den bisherige Spitzenwert aus dem Jahr 1994 habe man bereits am Mittwoch überschritten. Er lag bei 1,129.299 Badegästen. Ob sich auch die Gesamtsaison 2006 unter den besten einreihen wird, wollte er nicht prophezeien. "Es fehlen noch 1,1 Mio. Besucher. Da bräuchten wir fast noch so einen Monat wie den Juli", so Kotinsky.

Vorarlberg: Bäder gestürmt

Die Vorarlberger Frei- und Strandbäder wurden im Juli regelrecht gestürmt. Im Hohenemser Erholungszentrum Rheinauen spekulierte man damit, möglicherweise den Juli-Rekord aus dem Jahr 1984 (106.000 Badegäste) zu überbieten. Im Bregenzer Strandbad und im Waldbad Feldkirch wurden mehr als doppelt so viele Besucher gezählt wie in den Juli-Monaten durchschnittlicher Sommer. So passierten in der Landeshauptstadt vor den letzten Juli-Tagen bereits knapp 90.000 Badegäste die Drehkreuze der Badeanlage, in Feldkirch waren es 53.000. Dasselbe gilt für das Parkbad in Lustenau, wo sich seit Monatsbeginn über 42.000 Badehungrige abkühlten.

Graz: Besucherzuwachs

Die Hitze der vergangenen Wochen bescherte auch den Grazer Bädern einen enormen Zuwachs an Besuchern. So konnte man allein im bisherigen Juli ein Besucherplus von 136 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielen, so Michael Krainer, Geschäftsführer der Grazer Freizeitbetriebe. Während im gesamten Juli 2005 66.500 Besucher die städtischen Bäder aufsuchten, lag die Zahl der Badegäste am Montag, also nach drei Juli-Wochen, bereits bei 81.000 Gästen. "Den Spitzensommer von 2003 werden wir nicht mehr erreichen, doch ist ein Besucherplus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten", zog Krainer eine Zwischenbilanz über die Saison 2006, die ja äußerst schleppend begonnen hat und im Juli eben stark zulegen konnte.

Tirol: 6000 Gäste pro Tag

Auch Tirols Freibäder und Seen steuern auf Besucherrekorde zu. Der verregnete Mai und die viel zu kühle erste Junihälfte hätten durch den bisherigen Sommerverlauf wettgemacht werden können. Bis zu 8.000 Besucher täglich werden derzeit etwa im Tivoli-Freibad und dem zur städtischen Bäderverwaltung gehörenden Baggersee im Osten der Landeshauptstadt gezählt. Mitte Juli habe man die Besucherzahlen des Jahres 2005 bereits um 30 Prozent überschritten. Der Tagesdurchschnitt liege bei 6.000 Besuchern, an Wochenenden bei bis zu 8.000 Badewilligen. Auch am Natterersee südlich von Innsbruck rechnet man mit einem Besucherrekord gegenüber 2005.

OÖ: Reger Betrieb

In Oberösterreich herrscht in den Freibädern reger Betrieb. Bei der Linz AG zeigte man sich mit den bisherigen Besucherzahlen sehr zufrieden. Gegenüber dem Vorjahr konnte ein Plus von 37 Prozent erzielt werden. Vom Saisonstart am 1. Mai bis zum 24. Juli suchten in den fünf städtischen Freibädern 171.333 Wasserratten Abkühlung, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 124.815. Da zwei Linzer Anlagen kombinierten Frei- und Hallenbadbetrieb anbieten, sind auch die Besucherzahlen in den Hallen gestiegen: von etwas mehr als 83.600 auf knapp 105.000.

NÖ: Gute Ergebnisse

Auch in Niederösterreich bahnen sich gute Ergebnisse an. Im St. Pöltner Sommerbad werden im Juli bis zum Monatsende mehr als 30.000 Besucher die Kassen passiert haben. Mit Stand vom Donnerstag waren es nach Angaben des Magistrats bereits 28.000. "Wir gehen auf Grund der vorliegenden Zahlen davon aus, dass es ein gutes Jahr wird", hieß es in einer Zwischenbilanz des Bades. In Stockerau wurden in den Monaten Mai bis Juli 65.000 Besucher registriert. Der Top-Wert aus dem Jahr 2003 lag bei rund 100.000 Wasserratten, allerdings ist hier der Monat August miteinberechnet.

Kärnten: Kein Rekord

Auch die Kärntner gehen angesichts der Sommerhitze gerne baden. "Die Besucherzahl ist zwar überdurchschnittlich, aber Rekord wird es wohl keiner", meint Gerald Knes, Geschäftsbereichsleiter des Klagenfurter Strandbades am Wörthersee. Im Juli hätten bisher etwa 200.000 Kärntner Abkühlung im Strandbad gesucht. "Wir holen aber erst das schlechte Wetter vom Mai und Juni auf." Außerdem würde der Zustrom der Besucher inzwischen wieder abnehmen. "Die Leute sind wohl schon übersättigt", vermutet Knes.

Burgenland: Nicht berauschend

Unterschiedliche Einschätzungen gibt es im Burgenland. Berauschend hoch seien die Besucherzahlen bis jetzt noch nicht, hieß es beispielsweise im Freibad im Eisenstädter Schlosspark. Auch in Oberwart "können es ruhig noch ein bisschen mehr sein". Sehr zufrieden zeigte man sich hingegen in Jennersdorf. Erst in den letzten Tagen habe man im Strandbad Podersdorf das Ausbleiben der Badegäste im Mai und Juni aufholen können. Sollte im August das Wetter so schön bleiben, könne der Wert des Vorjahres erreicht werden.

Sicher über einen Durchschnittssommer und über den Sommer 2005 hinaus wird das Strandbad am Neufelder See kommen, erklärte Geschäftsführer Rudolf Tschirk. "Wir bewegen uns auf die Rekordsaison 2003 zu. Bis Mitte Juni lief es sehr schlecht, aber jetzt verzeichnen wir auch unter der Woche einen großen Ansturm", so Tschirk. Er rechnet mit etwa 110.000 bis 120.000 Badegästen in diesem Sommer. Im Vorjahr waren es 90.000.

Salzburg: Gut genützt

Die Salzburger Freibäder wurden auf Grund der Hitze zwar sehr gut genützt, doch im Mai/Juni wurden doppelt so viele Besucher gezählt, sagte der Amtsleiter der Städtischen Betriebe, Josef Reichl. So seien in Leopoldskron - von den Salzburgern "Lepi" genannt - im Juli im Durchschnitt 2.000 Badegäste pro Tag gezählt worden, im Mai oder Juni jedoch ungefähr 6.000. Im Juli betrug die Besucheranzahl in allen drei städtischen Bädern ("Lepi", Volksgarten und Aya-Bad) durchschnittlich 5.000 pro Tag. Reichl führt die relativ geringe Gästezahl darauf zurück, dass sehr viele zu den umliegenden Seen fahren oder bereits im Urlaub sind. (APA)

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    Die meisten österreichischen Sommerbäder freuen sich heuer über Rekord-Besucherzahlen.

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