Red Bull als idealer Gegner

30. Juli 2006, 22:19
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Austrias Sportdirektor Peter Stöger über den Fehlstart, den nächsten Gegner und Planungen für die violette Zukunft

Wien - Austria Magna muss aufpassen, nicht schon in der Anfangsphase der T-Mobile-Bundesliga viel an Fußball-Boden zu verlieren. Nach dem klassischen Fehlstart (ein Punkt, kein Tor) erwartet der Double-Gewinner am Samstag im Schlager der dritten Runde zu Hause Tabellenführer Red Bull Salzburg. "Die Bullen kommen gerade rechtzeitig, sind ein idealer Gegner", sagt der violette Sportdirektor Peter Stöger über den Vizemeister.

Die Violetten stehen als Double-Gewinner schon unter immensem Druck, denn auch danach warten mit den Spielen in Innsbruck und dem Derby gegen Rapid alles andere als leichte Aufgaben. Vor dem Gipfeltreffen mit den Festspielstädtern sprach Stöger über den schwachen Saisonstart, einige abwanderungswillige Spieler und über die Perspektiven nach dem Bekenntnis von Magna-Gründer Frank Stronach, dem Verein über den 30. Juni 2007 hinaus unter gewissen Bedingungen erhalten zu bleiben.

Stöger über seine Erwartungen für das Schlagerspiel gegen die Salzburger: "Die kommen gerade rechtzeitig, sie sind ein idealer Gegner. Jeder weiß, dass sie eine routinierte, gute Mannschaft und den erfolgreichsten Klubtrainer der Welt haben. Mehr Animo gibt es nicht. Ich bleibe dabei, wenn wir unser Potenzial ausspielen können, haben wir alle Möglichkeiten - aber nur dann."

Über den Fehlstart in den ersten zwei Runden: "Es ist unangenehm, weil es zu Beginn passiert ist. Wenn man während der Saison 0:0 gegen den GAK spielt und in Pasching verliert, ist es vielleicht nicht so dramatisch. Aber ich bin unzufrieden, wie es passiert ist, speziell in Pasching. Wir sind nach dem frühen Gegentor nie so engagiert aufgetreten, um dieses Spiel noch umzudrehen."

Über die Zukunft des Polen Sebastian Mila, der zwei Tage zum Probetraining in Southampton weilte: "Er will wechseln und wir versuchen, ihm alle Möglichkeiten zu geben. Wenn er wo unterkommt, freuen wir uns. Wenn nicht, und er gibt im Training Gas, wird er auch hier seine Chancen bekommen."

Über den unzufriedenen Slowaken Filip Sebo, der die Austria verlassen möchte: "Seine Situation ist anders, er ist ein gesetzter Spieler und trotz seiner Pläne immer noch Publikumsliebling. Und es ist seine Diskussion, er hat mit den Glasgow Rangers angefangen. Wenn man davon spricht, dass Filip von einem Top-Klub ein Top-Angebot, aber die Austria keines vorliegen hat, dann ist das zu wenig. Deswegen klappt der Transfer jetzt auch nicht. Er muss im Kopf frei sein, seine Kraft für den Fußball und die Austria einsetzen."

Über Kapitän Jocelyn Blanchard und Mario Tokic, die als positive Beispiele immer wieder angeführt werden: "Ihre Verträge laufen im nächsten Jahr aus und ich hoffe, dass wir sie beide halten können, denn sie haben sicherlich Klasse und könnten auch unseren Jungen gut an höhere Aufgaben heranführen."

Über die Ankündigung von Klubpräsident Peter Langer, Frank Stronach könnte nach dieser Saison unter zwei Bedingungen als Großsponsor erhalten bleiben: "Das ist für uns alle sehr positiv. Der Verein weiß nun, was zu tun ist beim Stadion-Thema. Wenn alles passt, wird Stronach bleiben."

Über den Kader, der in der vorigen und heurigen Saison um ein Vielfaches billiger geworden ist, und etwaige Einkäufe von Leuten mit großem Namen: "Klassespieler möchte ich nicht ausschließen. Meine Vision ist, dass wir immer ein Herzstück an Qualität und Routine haben, und um das bauen wir ein Team auf. Tokic, Blanchard oder Vachousek werden wir für eine gute Hierarchie stets brauchen. Vielleicht haben wir aber keine zehn oder 15 solcher Spieler mehr, weil es finanziell nicht machbar sein wird. Dafür haben wir Spieler mit Perspektiven geholt, die Klassefußballer werden sollen."(APA)

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    Stöger gibt Antworten.

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