Deutsche Forscher für Import von Stammzellen aus dem Ausland

28. Juli 2006, 17:10
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Zur Zeit steht der Forschung nur embryonale Stammzellen zur Verfügung, die vor dem 1. Jänner 2002 durch IVF im Ausland gewonnen wurden

Berlin - "Wir würden gerne Zellen importieren, die seit dem 1. Januar 2002 hergestellt wurden", sagte er am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. In den vergangenen vier Jahren seien im Ausland viele Zelllinien hergestellt worden, die es ermöglichten, neue Therapiemöglichkeiten zu erforschen. Zellen aus der Zeit vor diesem Stichtag seien verunreinigt gewesen.

Reglementierung

Derzeit dürfen deutsche Forscher nur embryonale Stammzellen von Menschen verwenden, die im Ausland vor dem 1. Jänner 2002 durch künstliche Befruchtung gewonnen wurden. Die für Forschung zuständigen EU-Minister hatten sich am Montag darauf geeinigt, dass Forscher weiter keine EU-Gelder erhalten, die zur Gewinnung menschlicher Stammzellen Embryonen töten. Die Forschung mit solchen Zellen kann prinzipiell aber gefördert werden.

Keine Herstellung gefordert

Ethischen Bedenken hielt Winnacker im Deutschlandradio Kultur entgegen: "Wir fordern nicht, dass Embryonen zu Forschungszwecken hergestellt werden." Da es sich dennoch um befruchtete Eizellen handele, müsse man "abwägen zwischen dem Recht auf Leben und der Frage des Rechts auf Heilen und der Möglichkeit, Therapien zu entwickeln", sagte Winnacker. Forscher würden in Deutschland zudem nur mit solchem Zellmaterial arbeiten, das nicht mehr dazu in der Lage sei, sich zu menschlichem Leben weiterzuentwickeln. "Dann, denke ich, ist in der Abwägung eine Verwendung zu Forschungszwecken vertretbar." (APA/dpa)

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