Interview: Phonak-Manager Lelangue

27. Juli 2006, 19:40
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Belgier befürchtet Imageschaden will aber zunächst die Gegenanalyse abwarten

Zürich - John Lelangue, Manager und Sportlicher Leiter im Phonak-Team, will erst die Gegenanalyse abwarten, bevor er Floyd Landis verurteilt. Im Interview mit der französischen Nachrichtenagentur AFP sprach der Belgier sein Vertrauen gegenüber dem US-amerikanischen Tour-Sieger aus, wird aber den Ethik-Code der ProTour anwenden und Landis entlassen, falls sich der positive Befund bestätigt.

John Lelangue, was sagen Sie zum jüngsten Dopingfall?
Lelangue: "Wir sind überrascht von diesem Resultat, aber wir wenden das Prozedere des Ethik-Codes an, den wir unterschrieben haben. Floyd wird die Gegenanalyse verlangen, aber er wird keine Rennen mehr bestreiten, bis die Sache geklärt ist. Wenn das Resultat der B-Probe das erste Resultat bestätigt, wird er entlassen."

Gibt es eine medizinische Erklärung für diesen Fall?
Lelangue: "Ich bin kein Wissenschaftler und ich werde mich nicht über ein Verhältnis oder einen Prozentsatz äußern. Ich weiß, dass es Fälle von hoher natürlicher Testosteron-Produktion gibt. Wir müssen also endokrinologische Untersuchungen durchführen. Aber ich werde keinen Kommentar dazu abgeben."

Was machten Sie, nachdem Sie von der UCI informiert worden waren?
Lelangue: "Als ich die Nachricht erhielt, zog ich ihn sofort vom Rennen zurück, an dem er starten sollte. Wir haben viel gesprochen. Jetzt können wir nur noch abwarten. Floyd wird in die USA zurückkehren."

Wann wird die Gegenanalyse gemacht?
Lelangue: "Das müssen Sie den Fahrer und nicht die Mannschaft fragen. Es gibt eine Frist von fünf Tagen, um die Öffnung der B-Probe zu beantragen. Er sagte mir aber, dass er dies in jedem Fall machen wird."

Haben Sie noch Vertrauen in ihren Fahrer?
Lelangue: "Ich habe Vertrauen, bis die B-Probe und alle Tests, die gemacht werden können, analysiert sind. Ich habe so lange Vertrauen in Landis, bis die Sache geklärt ist. Es ist bekannt, dass ein hoher Wert von vielen natürlichen Parametern herrühren kann. Das müssen die Wissenschaftler beurteilen, aber das kann einige Zeit in Anspruch nehmen."

Gibt es bei Ihnen nicht eine gewisse Enttäuschung?
Lelangue: "Es ist eine Enttäuschung für die Mannschaft, fürs Image des Radsports und für das Image der Tour de France." (APA/SIZ/AFP)

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