"Wir werden gewinnen"

16. Juni 2000, 21:00

Zierler wird Spitzenkandidatin in der Steiermark und bleibt FP-Generalsekretärin

Graz - Die steirischen Landtagswahlen am 15. Oktober werden zum "Duell der Damen": Mit der Nominierung von Theresia Zierler (36) zur Spitzenkandidatin der steirischen FPÖ ist Freitag Abend die erwartete Entscheidung gefallen. Zierler wird ihre Funktion als FPÖ-Generalsekretärin einstweilen behalten, hat aber gleichzeitig deutlich gemacht, dass sie nach dem Wahltermin in die Landesregierung einziehen will.

Auffallend war bei der Kür der Front-Frau die geballte Partei-Prominenz, die im Landesparteivorstand "Überzeugungsarbeit" leistete: Der steirische FPÖ-Landesobmann, Minister Michael Schmid, wurde von Jörg Haider und Klubobmann Peter Westenthaler unterstützt.

Offene Abstimmung

Die Entscheidung für Zierler fiel für die Öffentlichkeit erwartungsgemäß aus, wenngleich es im Vorfeld in der FPÖ einige Diskussionen über Schmids Wunsch-Kandidatin gegeben hatte. Theresia Zierler wartete in einem Nebenzimmer die Debatten ab, die rund zwei Stunden dauerten. Die Wahl war nicht geheim, es gab eine offene Abstimmung, in der der Parteivorstand schließlich einstimmig seinem Landesobmann Schmid folgte und die 36-Jährige nominierte.

Heftige Kontroversen dürfte es um Platz 2 - den der steirische Landesfeuerwehrkommandant Georg Ferstl (62) inne hat - gegeben haben. Im Wahlkreis 1 (Graz und Graz-Umgebung) wurde Magda Jost-Bleckmann Nummer eins, deren Chancen nach ihrer privaten Tragödie rund um den als Bankräuber erschossenen Ehegatten rapid gesunken waren.

Dass der Landesfeuerwehrkommandant einen Spitzenplatz bekommen hat, kann als taktischer Schachzug gegen die ÖVP-Chefin Waltraud Klasnic gewertet werden: Die Landeshauptfrau, die sich ganz besonders für ehrenamtliche Organisationen und Rettungsdienste einsetzt, hat in diesen Reihen somit einen Konkurrenten bekommen.

ie steirische FPÖ gab sich jedenfalls am Freitag siegessicher: Zierler betonte, das Wahlziel, einen zweiten FPÖ-Regierungssitz, werde man "sicher" erreichen. Sie sei sehr zuversichtlich, obwohl sie "in der Steiermark keine politische Vergangenheit" habe, so die Spitzenkandidatin in Anspielung auf ihre Kritiker. Jörg Haider, der sich eigenen Angaben zufolge "zufällig in der Nähe" aufgehalten hatte und einer Einladung von Minister Schmid zu diesem wichtigen Ereignis gefolgt war, zeigte sich "zufrieden": Zierler habe als Generalsekretärin bereits gute Arbeit geleistet, das werde sie wohl auch als Spitzenkandidatin machen.

Als alles fixiert war, trafen die Mitglieder der erweiterten Landesparteileitung ein: Ihnen wurde das fertige Ergebnis präsentiert. Mit der letzten ausstehenden Kandidatur kann der steirische Landtagswahlkampf endgültig als eröffnet betrachtet werden: Für die ÖVP geht Waltraud Klasnic ins Rennen, für die FPÖ Zierler, für die Grünen Edith Zitz. SPÖ-Chef Peter Schachner bekommt also heftige weibliche Konkurrenz. (APA)

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