Melzer übersteht Achtelfinale

23. Juli 2007, 11:44
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Niederösterreicher nach Zweisatzsieg gegen Rumänen Pavel erstmals im Kitzbühel-Viertelfinale - Nächste Prüfung: Juschni, Nummer acht

Kitzbühel - Dank Jürgen Melzer ist auch am Freitag beim Tennis-Generali-open in Kitzbühel "Showtime" angesagt. Während Stefan Koubek am Donnerstag als vorletzter der sieben angetretenen Österreicher ausschied, steht Melzer nach einer erneut überzeugenden Leistung und einem 7:5,6:3-Sieg über den Rumänen Andrei Pavel erstmals im Viertelfinale von Österreichs größtem Sandplatzturnier.

Zuversicht

Und die Chancen stehen gut, dass Melzer auch der erste österreichische Kitz-Halbfinalist seit Koubek 1999 ist. Er ist gegen Michail Juschni Favorit, obwohl der Russe als Nummer 8 gesetzt ist. Aber Melzer hat beide Karriere-Vergleiche mit Juschni klar gewonnen und spielt derzeit in Überform. "Er wird sich sicher nicht darüber freuen, gegen mich zu spielen. Wenn ich konzentriert bleibe, ist viel möglich", gab sich Melzer zuversichtlich.

Fünf Anläufe hatte Melzer benötigt, um in Kitzbühel endlich ein Match zu gewinnen. Jetzt aber hat der im Ranking auf Platz 81 abgerutschte Deutsch-Wagramer drei Siege in Folge in der Tasche und die Kitzbüheler "Höhenangst" endgültig überwunden. Nach Oscar Hernandez und dem spanischen Co-Favoriten Tommy Robredo besiegte Melzer auch Pavel glatt und zeigte dabei wieder jenes Selbstvertrauen, das ihn seit dem ersten Tag begleitet.

Kaum Unsicherheiten

"Ich freue mich wahnsinnig, dass ich heuer hier so gut spiele. Von mir aus kann es so weitergehen", sagte Melzer nach einer weiteren starken Leistung. Auch gegen Pavel brillierte er mit starken Aufschlägen (vier Asse gleich im ersten Game), starken Volleys, vor allem aber mit einer sehr konzentrierten Leistung. Während Koubek zuvor trotz 3:1 und 3:0-Führung gegen Nicolas Lapentti den Sack nicht zumachen hatte können, ließ Melzer kaum Unsicherheiten erkennen.

Im Gegenteil. Von den Schlägen bis zur Körpersprache, Melzer ist in Kitzbühel ein Musterbeispiel an positiver Einstellung. Was nicht ganz zufällig kommt, wie er gestand. Nach einer durchwachsenen Saison hatten Melzer und Coach Karl-Heinz Wetter Klartext gesprochen. "Es war klar, dass ich mit gewissen Kinderkrankheiten wie dem Herumraunzen endlich aufhören muss", erinnerte sich Melzer schmunzelnd. Die prompte Umsetzung überrascht dennoch. "Aber ich arbeite ja eh schon Jahre daran", so Melzer, der auch von einer Kinesiologin betreut wird..

"Man hat mich ja auch schon mal ausgepfiffen"

Der Niederösterreicher ist also auf dem besten Weg, wieder in frühere Weltranglisten-Sphären (33) zurückzukehren. Dabei hatte Ex-Muster-Coach Ronnie Leitgeb in Kitzbühel kritisiert, Melzer würde unter seinem Niveau spielen, ihm würde schön langsam die Zeit davonlaufen. "Mit ersterem hat er nicht ganz unrecht", erwiderte Melzer. "Aber die Rangliste ist mir im Augenblick gar nicht so wichtig. Ich genieße es einfach, auf dem Platz zu stehen. Ich fühle mich rundum wohl. Deshalb ist es eine große Genugtuung, gerade hier beim Heimturnier gut zu spielen. Man hat mich ja auch schon mal ausgepfiffen", meinte er.

Melzers Erfolgslauf ist auch für das Turnier Gold wert. Schon am Donnerstag füllten 3.000 Fans den Centercourt, am Freitag werden es noch mehr sein. Sie werden feinstes Sandplatz-Tennis sehen und einen Jürgen Melzer, der bisher für das beeindruckendste Tennis in der Gamsstadt gesorgt hat.

Die restlichen Viertelfinali lauten Nicolas Lapentti (ECU) gegen Fernando Verdasco (ESP), Juan Chela (ARG) gegen den deutschen Aufsteiger Philipp Kohlschreiber (GER) und Agustin Calleri (ARG) gegen Titelverteidiger Gaston Gaudio (ARG) oder Denis Gremelmayr (GER). (APA)

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    Melzer ist Österreichs letzter verbliebener Beitrag in Kitzbühel.

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