Gerolsteiners Holczer: "Ekelerregend"

28. Juli 2006, 09:51
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Entsetzen, Wut und Trauer nach Bekanntwerden des positiven Dopingtests - Phonak mehrfach wegen Dopings aufgefallen

Der positive Dopingtest von Floyd Landis hat Entsetzen und Zorn ausgelöst. "Wenn die B-Probe das Ergebnis bestätigt, dominieren Wut und Trauer bei allen, die von der Tour de France 2006 begeistert waren", hieß es in einer Stellungnahme der Organisatoren.

"Ekel erregend, völlig unverständlich"

Drastischer reagierte Teamchef Hans-Michael Holczer vom Gerolsteiner-Rennstall: "Das ist einfach nur Ekel erregend. Vielleicht sollten wir den gesamten Profi-Radsport sechs Wochen stoppen und nach dem nächsten Dopingfall wieder sechs Wochen. Es ist völlig unverständlich, warum solche Leute den Profiradsport jetzt völlig kaputt machen."

 

Von einem schweren Schlag für den Radsport sprach T-Mobile-Sprecher Christian Frommert: "Jetzt ist der Reflex ausgelöst, dass man sagen könnte: Die nehmen doch alle etwas. Aber ich weigere mich, daran zu glauben."

Die österreichischen Rad-Profis Georg Totschnig und Bernhard Eisel haben sich schockiert gezeigt. "Die Sache mit Basso und Ullrich vor der Tour war schon der Super-Gau. Schlimmer hätte es eigentlich nicht mehr kommen können, und dann das", erklärte Totschnig am Donnerstag unmittelbar vor dem Start des Zillertal-Radkriteriums in Mayrhofen.

Totschnig fordert "Runden Tisch"

Angesichts der Doping-Problematik erneuerte der Tiroler vom Team Gerolsteiner wieder seine Forderung nach einem "Runden Tisch", an dem unter anderem Athleten, Teamchefs, Sportärzte und Renn-Organisatoren teilnehmen sollten, "denn ich habe nicht das Gefühl, dass sich an dieser ganzen Sache etwas ändert."

Auch Bernhard Eisel blickt alles andere als optimistisch in die Zukunft. "Das ist eine Katastrophe für unseren Sport, der weiter an Prestige und Sponsoren verliert. Das Schlimmste aber wäre, wenn Eltern jetzt aufhören, ihre Kinder zum Radsport zu lassen", meinte der Steirer.

Auch Landis' Mutter Arlene meldete sich zu Wort: "Wenn er Medikamente wegen seiner Hüfte genommen hat, trifft ihn keine Schuld. Wenn es etwas Schlimmeres war, hat er den Sieg nicht verdient."

Phonak vorbelastet

Die Schweizer Phonak-Mannschaft, das Team von Landis, war in den vergangenen Jahren mehrfach wegen Dopingsündern in ihren Reihen aufgefallen. Betroffen waren der Schweizer Ex-Weltmeister Oscar Camenzind, der frühere Zeitfahr-Weltmeister Santiago Botero aus Kolumbien, Zeitfahr-Olympiasieger Tyler Hamilton aus den USA und der diesjährige Giro-Zweite Jose Gutierrez aus Spanien. (APA)

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