Geht's den Kühen gut, geht's uns allen gut

14. August 2006, 13:31
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Mit den Tierärzten auf dem Hochschwab - Der Tiergesundheitsdienst soll für erhöhte Lebensmittelsicherheit in Österreich sorgen

St. Ilgen – "Schaut’s euch die Kulisse an, herrlich!" Franz Krispel, Präsident der Tierärztekammer Steiermark, zeigt auf den Hochschwab – und sich selbst überwältigt. Die Szenerie ist sorgfältig gewählt: Hier, auf 760 Meter Seehöhe, liegt inmitten des Hochtalbodens der Hof der Familie Kammerhofer. Der ideale Ort für Gerhard Wlodkowski, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Österreich, um den Tiergesundheitsdienst (TGD) zu präsentieren, der seit Oktober 2003 für erhöhte Lebensmittelsicherheit in Österreich sorgen soll. Denn "der Handel verlangt Dokumentation, Sicherheit und Transparenz".

Die Hälfte aller Rindviecher

28.423 Rinderbetriebe nehmen am TGD teil, somit werden derzeit die Hälfte aller Rindviecher in Österreich betreut. Kernpunkte: Kontrolle und Reduzierung der Arzneimittelanwendung, Rechtssicherheit, Optimierung der Tiergesundheit und Qualitätssicherung für Lebensmittelproduzenten. Der betreuende Tierarzt beäugt dabei die Bereiche Fütterung, Stallhygiene, Stallklima, Tierseuchenüberwachung und Medikamenteneinsatz. Ziel ist es, den Bauern auf eine behördliche Kontrolle optimal vorzubereiten, eine neue Checkliste zur Eigenüberprüfung soll dazu beitragen. Es gehe nach dem Arzneimittelskandal 2001 jedenfalls darum, "systematische Fehler auszuschließen, sie vorbeugend zu verhindern", sagt Adolf Marksteiner von der Bauernkammer.

Von der Reparatur zur Vorsorge

Helmut Wurzer, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer, unterstützt den "erforderlichen Wandel vom Reparatur- zum Vorsorgeprinzip in der Nutztierhaltung" und fordert zusätzlich einen einheitlichen, gesamtösterreichischen TGD an Stelle der neun Länder-TGDs ein. Bislang verbindet nur der ÖTGD-Beirat (Landwirte, Tierärzte und Konsumenten) die Länderstellen auf Bundesebene.

Die 37 Kühe des Josef Kammerhofer bedanken sich: Sie werden heuer rund 300.000 Liter Milch geben – um 50.000 mehr. Dank TGD und möglicherweise des anlässlich des hohen Besuchs dargebotenen Flötenspiels der Tochter. (Stefan Hofer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.7.2006)

  • Der Handel verlangt Dokumentation, Sicherheit und Transparenz.
    foto: standard/corn

    Der Handel verlangt Dokumentation, Sicherheit und Transparenz.

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