Ferien im Labor

25. Jänner 2007, 15:22
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Die Gen-au Summer-School gibt Jugendlichen Einblick in die Laborarbeit und schafft "biowissenschaftliche Awareness"

Noch vor wenigen Wochen hatte Gabriela den Plan, nach Abschluss der AHS in Wien Pharmazie zu studieren. Doch seit ihrem Summer-School-Praktikum im St. Anna Kinderspital ist sie sich da nicht mehr so sicher: "In den letzten Wochen habe ich entdeckt, dass mich Biologie oder Mikrobiologie noch mehr interessieren würden", berichtet sie über die Arbeit im Labor.

Interesse an Biowissenschaften

Neben Gabriela absolvieren diesen Sommer noch 90 weitere SchülerInnen die Summer-School in einem Labor. Die Möglichkeit dazu bekommen sie vom Förderprogramm für Genomforschung, Gen-au. "Seit 2003 bieten die von uns geförderten Labors Praktika für SchülerInnen, die kurz vor Schulabschluss stehen, an", erzählt Helmuth Bronnenmayer, der die Summer-School mitorganisiert, die Geschichte des Projekts.

Der Grundgedanke bestehe darin, Jugendliche einen Einblick in die oft undurchsichtige Arbeit der Forschung zu geben – nicht zuletzt deshalb, weil das Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Studienrichtungen sinkt, wie Bronnenmeyer befürchtet. "Die Gen-au Summer School soll ihnen eine biowissenschaftliche 'Awareness' verschaffen." Diese Chance bekommen sie von den 45 Institutionen, die von Gen-au gefördert werden und den Jugendlichen einen kurzfristigen Arbeitsplatz bieten.

Info-Day

Bevor die SchülerInnen einen Praktikumsplatz erhalten, müssen sie aber ihr Interesse an der Wissenschaft beweisen. Beim Info-Day im März kamen laut Bronnenmeyer über 200 Jugendliche, um mit Forschern über ihre Arbeit zu diskutierten. "Nach der schriftlichen Bewerbung entscheiden letztendlich die Labors selbst, ob sie die Praktikanten in ihr Labor aufnehmen wollen", erklärt der Organisator das Aufnahmeverfahren.

"Kein Ferialjob"

"Die Summer-School soll für die TeilnehmerInnen kein normaler Ferialjob, sondern sinnvolle Praxiserfahrung sein", betont Bronnenmeyer, "Die Jugendlichen sind bei ihrem Arbeitgeber versichert und erhalten eine Aufwandsentschädigung von 200 Euro." Das Projekt werde auf alle Fälle fortgesetzt, versichert er: "Solange es das Förderprogramm Gen-au noch gibt, solange wird es auch die Summer-School noch geben - also mindestens noch drei Jahre."

Mädchen in der Überzahl

Überraschend ist für die Organisatoren die hohe Mädchenquote: "Wir haben dieses Jahr 56 Mädchen und 35 Jungen aufgenommen", freut sich Bronnenmeyer. Seit der ersten Summer-School 2003 habe sich gezeigt, dass das Interesse der Mädchen an Biowisssenschaften steigt. Gabriele ist also nicht die einzige, die durch das Gen-au Praktikum auf den Geschmack gekommen ist. "Ob ich aber wirklich Biologie studiere, darüber werde ich mir im kommenden Schuljahr noch Gedanken machen", grübelt die Nachwuchswissenschafterin. (lis)

Links:
Die PraktikantInnen der diesjährigen Summer-School halten ihre Erfahrungen in Weblogs fest.
Gabrielas Weblog

Gen-au

  • Auch das Labor der Med-Uni Graz hat einen Praktikanten aufgenommen.
    foto: standard

    Auch das Labor der Med-Uni Graz hat einen Praktikanten aufgenommen.

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