Nach FPÖ-Ausschluss: In Wien gründen sich "Die Weißen"

27. Juli 2006, 13:25
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Ehemaliger Döblinger FP-Bezirksobmann Klötzer mit "Sozialer Heimat Partei Österreichs" - Vilimsky unbeeindruckt

Wien - In Wien gibt es seit Donnerstag eine neue Parteiabpaltung von der FPÖ: Die "Soziale Heimat Partei Österreichs" (SHPÖ) wurde vom ehemaligen Döblinger FP-Bezirksobmann Heinz Klötzer (51) gegründet. Ein Antreten bei der Nationalratswahl im Oktober sei durchaus möglich, wenn noch ein Gönner gefunden werde, kündigte der Parteiobmann im APA-Gespräch an. Als Parteifarbe wurde die Farbe der Unschuld gewählt: Weiß.

250 Mitglieder

Man habe bereits 250 Mitglieder, versichert Klötzer. Ein Fokus der Partei sei klar: "Ich werde mich voll gegen den ÖGB stellen", unterstrich der Personalvertreter der Wiener Linien. Aber auch in der "Fremdländerpolitik" unterscheide man sich von der FPÖ. Laut dem am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlichten Statut sind die "Weißen" eine "Vereinigung (...) zur Förderung einer Heimat verbundenen, traditionellen, und sozial gerechten Politik". Die Grundlage dazu sei "das Bekenntnis zur Volksgemeinschaft".

Nationalratswahl eine Geldfrage

Ob man bereits bei der kommenden Nationalratswahl antreten könne, hänge vom Geld ab. "Wenn es umsetzbar ist, dann würde ich diesen Schritt setzen", warb Klötzer um Unterstützer. Er setze auch auf junge Wählerschichten, denn "ich bin ein sehr jugendlicher, dynamischer Typ", so der 51-Jährige. Derzeit ist Klötzer jedenfalls mit seinem Sitz in der Döblinger Bezirksvertretung der einzige Weißen-Mandatar. Allerdings stehe ein weiterer Döblinger FP-Vertreter kurz davor, zur SHPÖ wechseln, kündigte deren Parteiobmann an.

Ausgeschlossen

Klötzer selbst war im März 2006 wegen parteischädigenden Verhaltens aus der FPÖ ausgeschlossen worden. Nachdem er zuvor als Bezirksparteiobmann abgelöst wurde, war er bei den Personalvertretungswahlen der Wiener Linien mit eigener Liste angetreten. Ins Licht der Öffentlichkeit war Klötzer 2004 getreten, als er eine Kampfabstimmung gegen den als sicher geltenden Kandidaten für den FP-Obmannsposten in Döbling gewann.

"Bittere Erfahrungen"

Er habe mit dem FPÖ-Landesvorstand "sehr bittere Erfahrungen" machen müssen, bedauerte Klötzer nun. Deren Personalführung sei unter jeder Kritik. "Es ist äußerst schwierig in dieser Partei geworden", so der Neo-Weißen-Politiker.

FPÖ gibt sich gelassen

In der FPÖ nimmt man die Nachricht gelassen auf. Es stehe jedem frei, eine eigene Partei zu gründen, betonte Generalsekretär Harald Vilimsky. Klötzers Schritt werde sicher nicht zum Problem für die FPÖ: "Das hat in etwa die Relevanz, als wenn in China ein Fahrrad umfällt." (APA)

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