EU-Erweiterung brachte mehr Exporte und Arbeitsplätze

23. August 2006, 15:53
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Studie ermittelt statistisch gesicherten Zusammenhang zwischen dem BIP der neuen EU-Länder und den österreichischen Exporten dorthin

Linz - Die jüngste EU-Erweiterung hat Österreich einen Zuwachs bei den Exporten und damit bei der Zahl der Arbeitsplätze gebracht. Das ergab eine in dieser Art in Österreich bisher erstmals publizierte Studie des Linzer Universitätsprofessors für Volkswirtschaftslehre Friedrich Schneider im Auftrag des oberösterreichischen Wirtschaftslandesrates Viktor Sigl, die beide in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag in Linz veröffentlichten.

Zusammenhang BIP und Export

Schneider stellte in der Studie einen statistisch gesicherten Zusammenhang zwischen dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) der neuen EU-Länder und den österreichischen Exporten dorthin fest. Erhöhe sich beispielsweise das BIP in den Nachbarländern Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn das BIP um ein Prozent würden die Exporte um 0,68 Prozent steigen, rechnete Schneider vor. Das sei ein Durchschnittswert der Jahre 2000 bis 2005 und somit "unterschätzt", weil der EU-Beitritt ja erst vor zwei Jahren erfolgt sei.

Kritische Größe

Alle neuen EU-Länder - Malta und Zypern wurden bei den Berechnungen wegen Unterschreitens der "kritischen Größe" ausgenommen - verzeichneten laut Studie einen Zuwachs beim BIP/Kopf von durchschnittlich 8,2 Prozent pro Jahr. Das entspreche einem Zuwachs der rot-weiß-roten Exporte dorthin um 5,6 Prozent oder 540,9 Mio. Euro pro Jahr. Die Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, dass durch ein Prozent Exportzuwachs zwischen 6.500 und 10.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden, das seien somit 3.797 bis 5.488 Arbeitsplätze.

Skepsis nicht angebracht

"Geht es den Nachbarn gut, dann sind unsere Chancen besser - die wir nützen: Und dann geht es auch uns besser", fasste Sigl zusammen. Skepsis gegenüber der erfolgten EU-Erweiterung sei somit nicht angebracht. Wenn in der aktuellen EU-Förderperiode bis 2013 mehr Euro in die neuen Mitgliedsländer und weniger an Gebiete in Österreich gingen, müsse niemand Neid haben. Das Geld komme dennoch auch Österreich zugute. In der Exportstatistik 2006 werde zudem das Anziehen der Konjunktur in Deutschland - dem Haupthandelspartner Österreichs - zu sehen sein, sind sich Sigl und Schneider einig. In den vergangenen elf Jahren hätten sich die gesamten Exporte Österreichs auf heuer vermutlich mehr als 100 Mrd. Euro verdoppelt.

Oberösterreich als "Exportlokomotive" Österreichs - 26,38 Prozent Anteil an den Direktexporte des produzierenden Bereiches - profitiere besonders. Die Zahl der Exportbetriebe sei seit 1999 von 3.500 auf nunmehr 4.600 gestiegen, erklärte Sigl. (APA)

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    Erhöht sich beispielsweise das BIP in den Nachbarländern Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn um ein Prozent würden die Exporte um 0,68 Prozent steigen.

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