Verhandlung mit dem Land über Energie Steiermark-Anteile

28. Juli 2006, 17:52
posten

Um einen möglichen Einstieg des Verbunds beim Landesversorger Energie Steiermark geht es in einem Sondierungsgespräch in Graz

Graz – Geradezu geheimnisumwoben fand am Donnerstag die erste Verhandlungsrunde zwischen Vertretern der Verbundgesellschaft, der Energie Steiermark AG (ehemals Estag) sowie der Electricité de France (EdF) und der Gaz de France – die sich, wie der STANDARD berichtete, nach acht Jahren aus der Steiermark zurückziehen wollen – statt.

Diskretes Essen

Der Verbund zeigte ja schon vor einem Jahr Interesse an einem Einstieg in der Energie Steiermark, nun könnte man die 25 Prozent plus eine Aktie der EdF kaufen. Verbundchef Hans Haider soll persönlich mit zwei Mitarbeitern zu den Gesprächen nach Graz gekommen sein, um mit den steirischen Eigentümervertretern aus dem Aufsichtsrat, Josef Binder und Peter Schachner-Blazizek, zu diskutieren. Wo das mittägliche Treffen stattfand, wusste man indes nicht einmal im Büro von Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ), der am Nachmittag auf Berichterstattung von Schachner-Blazizek wartete. "Wir wissen nicht einmal, wo dieses Essen ist", so ein Sprecher von Voves, "und auch nicht, ob heute überhaupt endgültige Entscheidungen fallen. Immerhin geht es da ja um einiges – darum, in wessen Händen die steirische Energie in Zukunft liegen wird. Das ist sicher nicht mit einem schnellen Telefonat getan."

Keine schnelle Entscheidung

Ihren Strom muss sich die Steiermark schon seit Jahren zukaufen, weil die Estag-Tochter Steweag-Steg 2000 an die Austrian Hydro Power verkauft wurde. Ein Deal, der bis heute viele Kritiker hat.

Einer schnellen Entscheidung stehen aber offenbar auch die französischen Vertreter Marc Boudier (EdF) und Louis de Fouchecour (Gaz de France) im Wege. Die beiden Aktionärsvertreter sollen über die detaillierten Umstände des erwünschten Verkaufs nicht einer Meinung sein. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.7.2006)

Share if you care.