Discos in der Krise

16. Oktober 2006, 11:13
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Die guten alten Discotheken mit Laser- Scheinwerfern und miefiger Luft sind in diesem Sommer in Italien out - Tanzbegeisterte vergnügen sich lieber am Strand

Rom - Frische Nachtluft und Hip Hop unter dem Sternenzelt sind das Motto von Rimini bis Rom, wo gigantische Partys direkt am Meer organisiert werden. Bis zum Morgengrauen tanzen die italienischen Strandgänger im Sand oder auf eigens installierten Tanzflächen. Und Nachmittags kommt auch die ältere Generation auf ihre Kosten, wenn die Strandbäder zum "Liscio" aufspielen, dem traditionell-folkloristischen Paartanz.

Nach Sonnenuntergang verwandeln sich die traditionellen Badeanstalten mit Liegen und Sonnenschirmen in lautstarke Tanzlokale. House-Sound und lateinamerikanische Beats übertönen das Meeresrauschen. Dabei verzichten die ansonsten eher eitlen Italienerinnen auf ausgefallene Outfits: Barfuß, mit Pareo und Bikini-Oberteil heißt für sie die Parole. Männer präsentieren sich in Bermudas und T-Shirt. Das ist nicht nur bequem, sondern auch praktisch: Zur Erfrischung hüpfen die Disco-Freaks zwischendurch einfach mal ins Meer.

Zahl der Diskotheken halbiert

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Diskotheken in Italien halbiert, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". "Dies ist auch mit der geringeren Zahl von Jugendlichen in Italien zu erklären. In zehn Jahren hat sich die Zahl der Bevölkerung unter 25 Jahren um drei Millionen reduziert. Daher gibt es mehr Lokale wie Wine Bars mit Dee Jays, die vor allem 30- bzw. 40-Jährige locken", berichtete die Tageszeitung.

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    foto: standard/matthias cremer
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