Salzburg hat nun beide Sachertorten

26. Juli 2006, 20:45
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Ob die Salzburg-Dependance des Hauses, in dem Herr Sacher einst Torten buk, auch von den Salzburgern angenommen wird, wird sich erst zeigen

Niki Lauda mit Süßigkeiten zu füttern ist meist keine leichte Übung. Aber wenn Freunde rufen, dann springt sogar er (fürs Foto) über den eigenen Tortenschatten - erst recht, wenn der Freund Attila Dogudan heißt: Wie eine symbiotische Freund- und Seilschaft optimal ausgereizt wird, haben die beiden ja über Jahre demonstriert. Und so trat Lauda Dienstagabend bei der Eröffnung des Dogudan'schen Salzburger Demels (früher: Café Glockenspiel) selbstredend an. Laudas Trost: Wo "Dogudan" drübersteht, gibt es auch Do&Co-Kost - und die ist nicht nur süß. Freilich: Ob die Salzburg-Dependance des Hauses, in dem Herr Sacher einst Torten buk, auch von den Salzburgern angenommen wird, wird sich erst zeigen, wenn die Horden der Festspielbesucher abgereist sind.

In jedem Fall aber gibt es in der Stadt nun endlich auch die Sacher-Sacher- und die Demel-Sacher-Torte - und Touristen wird es da wohl bald ähnlich gehen, wie bei "Salzburger", "Echten", "Original" oder sonstigen Mozartkugeln. Einfach nur schön gespielt - und daher ohne "Original" oder Sonst-was-Präfix - war dagegen das Papageno-Flötenspiel, das zwei Mitglieder der Wiener Philharmoniker am selben Abend im Sacher boten: der Juwelier Wolfgang Köchert hatte zum traditionellen Juwelencocktail geladen - und weil eh jeder weiß, dass Elisabeth Gürtler (auch) Sachertorten verkauft, mussten die nicht eigens in die Kamera gehalten werden. (DER STANDARD Printausgabe 27.7.2006)

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